Wealth Management

Erfolgreich investieren in 2016

21.01.2016

Der Jahresauftakt verlief an den Weltbörsen turbulent – bei der Kundenveranstaltung des Wealth Managements der HSH Nordbank diskutierten Finanzexperten über erfolgreiche Anlagestrategien in 2016.

Dr. Cyrus de la Rubia, Chefvolkswirt der HSH Nordbank auf der Kundenveranstaltung des Wealth Managements der HSH Nordbank (Foto: Sven Wied)

Trotz fallender Kurse, etwas geringerer Wachstumsaussichten und weltweiter politischer Unruhen zeichnete Dr. Cyrus de la Rubia, Chefvolkswirt der HSH Nordbank, in seinem Eingangsvortrag ein eher positives Bild von der Lage der Weltwirtschaft. Die Gründe für seinen Optimismus: Der niedrige Ölpreis entlaste Unternehmen und Konsumenten, dank der weiter niedrigen Zinsen blieben die Finanzierungen günstig, der schwache Euro stärke speziell die europäischen Exporteure.

Und, so Cyrus de la Rubia, dürfe man nicht vergessen, dass auf dem inzwischen hohen Niveau große Wachstumssprünge schwieriger geworden seien – das gelte für China, aber auch für die gesamte Weltwirtschaft. „Selbst wenn die chinesische Volkswirtschaft nur noch um sechs oder sieben Prozent wächst, mag das auf den ersten Blick wenig erscheinen“, sagte der Chefvolkswirt. „In Wirklichkeit entspricht diese zusätzliche Produktion aber in etwa dem Bruttoinlandsprodukt von Schweden.“ Da der strukturelle Nachholbedarf in den Schwellenländern hoch sei, rechnet er damit, dass diese Länder auch künftig überdurchschnittlich wachsen.

Doch wie sollen sich Anlegerinnen und Anleger in diesem von verschiedenen Einflussfaktoren geprägten Umfeld verhalten? Für Dieter Lehmann, Mitglied der Geschäftsleitung der VolkswagenStiftung, ist es wichtig, das Vermögen breit anzulegen, wie er in der Podiumsdiskussion sagte. Damit streue man „nicht nur Risiken, sondern auch Chancen.“ Allerdings könne es durchaus sein, dass Teile der Anlage negativ abschneiden – bei einer gut austarierten Strategie würden den Verlusten in einer Assetklasse die Gewinne in einer anderen gegenüberstehen. Sein Rat: „Halten Sie Ihre Strategie konsequent durch.“ Diese sollte ein Engagement in Aktien beinhalten, um eine gewisse Rendite zu erzielen. „Mit Bundesanleihen und Pfandbriefen geht das nicht mehr.“

Konsequentes Anlageverhalten ja, aber man müsse ebenso auf neue Entwicklungen reagieren, forderte Günther Gerstenberger, Portfoliomanager bei Metzler Asset Management. „Neben der Diversifikation ist Flexibilität wichtig. Die Welt ist viel dynamischer geworden. Wir müssen schnell Antworten auf die Aktualität finden.“ Es gebe viele Anlegerinnen und Anleger, die zwar bereit seien, Verluste hinzunehmen – allerdings nur in begrenztem Rahmen. Darauf müssten die Vermögensverwalter eingehen.

Eine Geldschwemme durch Notenbanken wie nach der Finanzkrise habe es noch nie gegeben. Ein großer Teil der Liquidität sei in die Kapitalmärkte geflossen und habe die Preise für Vermögenswerte teilweise massiv steigen lassen. Nun müsse ein Weg zurück zur Normalität gefunden werden, der könne „holprig“ werden. Angesichts der Komplexität der Märkte empfehle er eine professionelle Begleitung.

Trotz historisch niedriger Zinsen fällt den Deutschen der Schritt zum Investment in Aktien schwer. Nur etwa 13 Prozent der Anleger halten hierzulande Anteilsscheine von Unternehmen. „Wieso das so ist?“, fragte Andreas Tetzlaff, Direktor Asset Management bei der DWS (Deutsche Asset & Wealth Management International GmbH). „Weil es lange Zeit nicht notwendig war, sich darüber Gedanken zu machen. Noch in den neunziger Jahren gab es auf Bundesanleihen eine Rendite von acht oder neun Prozent. Doch diese Zeiten sind längst vorbei.“ Wer heute in Bundesanleihen investiere, bekäme Zinsen, die nicht einmal die Inflation ausglichen. Das spreche dafür, sich auch in gut ausgewählten Aktien zu engagieren.

Der DWS-Manager räumte zwar ein, dass im laufenden Jahr an den Börsen „stürmische Tage nicht ausgeschlossen“ seien. Grund zur Unruhe sei das allerdings nicht, er rechne für 2016 mit „überwiegend mildem Börsenwetter“.