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Wochenbarometer
18.12.2015

Am Ende blieb die Überraschung aus. Die Fed lieferte die Zinserhöhung und ließ kaum Spielraum für starke Reaktionen. Die Renditen von zehnjährigen US-Treasuries und Bunds zogen nur leicht an.

Janet Yellen, Pressekonferenz 16.12.2015

Janet Yellen betritt am 16. Dezember zuversichtlich die Pressekonferenz in Washington und beendet mit einem Satz die Ära des extrem billigen Geldes: „Der Offenmarktausschuss der Federal Reserve Bank hat beschlossen, den Leitzins zu erhöhen.“ (Foto: picture alliance / dpa)

Die Fed hat am 15. Dezember wie erwartet die Leitzinsen erhöht. Die Reaktion der Finanzmärkte hielt sich nach der eindringlichen kommunikativen Vorbereitung der Notenbanker in den letzten Wochen in Grenzen. Sowohl die Rendite der zehnjährigen US-Treasuries als auch der zehnjährigen Bundesanleihen kletterten in der Berichtswoche lediglich nur geringfügig an. Stefan Gäde, Analyst der HSH Nordbank, geht davon aus, dass Staatsanleiherenditen dies- und jenseits des Atlantiks weiter langsam anziehen werden.

Dafür spricht in den USA die Erwartung der Notenbanker, dass die konjunkturelle Erholung anhält. Dennoch waren die jüngsten Wirtschaftsdaten alles andere als überzeugend. So setzte sich im Verarbeiteten Gewerbe der Abwärtstrend der letzten Monate fort. Die Industrieproduktion verzeichnete im November einen herben Rückgang und eine Besserung ist kurzfristig nicht in Sicht. Für Festtagsstimmung sorgen dagegen die Konsumenten. Deren ausgezeichnete Stimmung sollte dem US-Einzelhandel in dessen umsatzträchtigsten Wochen prächtige Umsätze beschert haben und dürfte nach Ansicht von Gäde im kommenden Jahr erneut für die entscheidenden Impulse für das Wachstum der US-Wirtschaft sorgen.

In der Eurozone ist der Konsum ebenfalls der entscheidende Treiber, der den Konjunkturhimmel immer mehr aufhellt. Zudem überraschte zuletzt die Industrieproduktion mit einem kräftigen Anstieg. Der positive Trend spiegelt sich auch in den Einkaufmanagerindizes der Eurozone und im Ifo-Geschäftsklimaindex wider. Trotz leichter Rückgänge signalisieren die hohen Niveaus der Indizes unvermindert eine anziehende Expansion der Wirtschaft im kommenden Jahr.