SUCHE

02.12.2015

Der 5. Dezember ist der Internationale Tag des Ehrenamts. Er soll freiwilliges Engagement anregen und fördern. In Deutschland sind fast 13 Millionen Menschen unentgeltlich aktiv. Mittelständische Unternehmen, die sich für die Gesellschaft einsetzen, prämiert der Verein Unternehmer für die Region.

Sabine Schwarck, Mitarbeiterin in der Abteilung Kreditrisikomanagement, war eine von rund 80 Mitarbeitern der HSH Nordbank, die während ihrer Mittagspause regelmäßig in der Suppenküche des Straßenmagazins HEMPELS in Kiel mithalf. (Foto: HSH Nordbank)

„Ich besorge mir immer am Monatsanfang meine Essensmarken und weiß dann, dass ich täglich eine warme Mahlzeit bekomme“, sagte der 51-jährige Bernhard Fallenbüchel dem Straßenmagazin HEMPELS. Er kommt aus Kiel, ist Frührentner und seine Mahlzeiten bekommt er beim Mittagstisch Manna in der Kirchengemeinde St. Nikolaus. Jeder dritte Erwerbslose muss darüber nachdenken, wie er spätestens übermorgen zu einer warmen Mahlzeit kommt. 1,07 Millionen Menschen leben an der Armutsgrenzen – ein Fünftel der Arbeitslosen kann nicht richtig heizen, weil ihm die finanziellen Mittel fehlen.

Doch das Engagement ist groß, Menschen zu helfen, die weniger haben – sei es mittels ehrenamtlicher Tätigkeiten oder durch Spenden. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts erlaubte Preußen seinen Bürgern das Ehrenamt, um einer Revolution wie der in Frankreich vorzubeugen: Bürger durften kommunal mitgestalten und Vereine wurden gegründet, die noch heute die wichtigste Organisationsform für Ehrenamtliche sind. 2014 engagierten sich mehr als 13 Prozent der Deutschen ab zehn Jahren für einen sozialen Zweck. Besonders stark vertreten sind die Mitbürgerinnen und Mitbürger, die älter als 50 Jahre alt sind.

Soziales Engagement als unternehmerisches Anliegen

 Zu sozialem Engagement aufgerufen sind nicht nur Einzelpersonen, viele Unternehmen setzen sich ebenfalls für einen sozialen Zweck ein – um ihrer Verantwortung für die Gesellschaft (Corporate Social Responsibility, CSR) nachzukommen. Durch ihren Einsatz erwirtschaften deutsche Unternehmen jährlich einen Wert von fast elf Milliarden Euro. Beliebt sind CSR-Aktivitäten vor allem in der Bildung sowie im Sport- und Freizeitwesen: Das bewiesen einmal mehr die mehr als 24.000 Sportler beim HSH Nordbank Run im Sommer, die gemeinsam 150.000 Euro Spenden erliefen. „Für Unternehmen ist dieses Engagement in verschiedener Hinsicht wichtig. Es zeigt die gesellschaftliche, gelebte Verantwortung und es ist eine wichtige Motivation und Identifikationsmöglichkeit für die Mitarbeiter“, ist sich Andreas Schiemenz, Leiter Bereich Philanthropie & Stiftungen der HSH Nordbank, sicher.

 Das unternehmerische Engagement unterstützt nicht nur die Bedürftigen, es stärkt auch die eigenen Mitarbeiter: „Die Mithilfe bei der Essensausgabe ist eine Möglichkeit, sich sozial zu engagieren“, berichteten Katrin Rohwedder und Sabine Schwarck dem Straßenmagazin HEMPEL von ihren Erfahrungen bei der Essenausgabe beim Mittagstisch Manna. „Vor allem aber eröffnet sie einen neuen Blickwinkel und gibt Denkanstöße, sich außerhalb der eigenen Welt zu interessieren und zu engagieren“, fassen die Mitarbeiterinnen der HSH Nordbank zusammen.

Engagierte mittelständische Unternehmen gesucht

 Diese Beispiele zeigen: Unternehmen wollen sich vor allem regional und lokal engagieren. Dieses Ziel unterstützt ein Wettbewerb des Vereins Unternehmen für die Region. Er zeichnet mittelständische und familiengeführte Unternehmen für ihr gesellschaftliches Engagement aus.

Liz Mohn, die stellvertretende Vorsitzende der Bertelsmann Stiftung, weiß: „Insbesondere die mittelständischen und familiengeführten Unternehmen und Handwerksbetriebe sind in ihrer Region stark verwurzelt und haben erkannt, wie wichtig ein intaktes soziales und kulturelles Umfeld ist. Dafür setzen sie sich, oftmals auch gemeinsam mit anderen Akteuren, ein. Sie sind damit ein wertvolles Vorbild, wie in einer Kommune oder Region Gemeinschaft gelebt werden kann.“

Bis zum 15. Januar 2016 können sich Betriebe unter www.mein-gutes-beispiel.de bewerben. Wer sich für Flüchtlinge engagiert, sollte für den Sonderpreis „Engagement für Flüchtlinge“ kandidieren.