SUCHE

IfW und HWWI Prognose
16.12.2015

Das Institut für Weltwirtschaft und das Hamburger WeltWirtschaftsinsitut kommen zum Jahresende in ihren Winterprognosen zu dem Schluss: Die deutsche Wirtschaft wächst, die globalen Unsicherheiten auch.

Weiter bergauf statt bergab. Dennoch verläuft der Wachstumskurs der deutschen Wirtschaft in 2016 unter Risiken. (Foto picture alliance / All Canada Photos)

Zwei bedeutende Faktoren haben die beiden Forschungsinstitute, das Hamburger WeltWirtschaftsinsitut (HWWI) und das Institut für Weltwirtschaft an der Universität Kiel (IfW), in ihre Prognosen für das nächste Jahr einbezogen: die Flüchtlingskrise und die Wirtschaftslage der Schwellenländer. Das IfW nennt die Flüchtlingskrise als einen von vielen Gründen, welche das staatliche Budgetsaldo zum Ausgleich bringen und den Überschuss von 28 Milliarden Euro aus 2015 aufbrauchen. Das HWWI prognostiziert ein leicht positives Staatskonto, da die steigenden Staatseinnahmen aus Einkommenssteuer und Sozialbeitragen der Flüchtlingshilfe gegenüberstehen.

Hinsichtlich der Weltwirtschaft sehen die Experten des IfW immer noch Potenziale für Störungen. Das Wachstum in den Schwellenländern soll gering bleiben, da Rohstoffpreise und strukturelle Probleme kaum gelöst werden. Das HWWI sieht in der globalen Unsicherheit die Ursache für schwindende Exporte. Doch für Prof. Dr. Henning Vöpel, Direktor des HWWI, ist klar: „Insgesamt besteht die Hoffnung, dass sich in 2016 viele der vor allem politisch bedingten Risiken für die Weltwirtschaft reduzieren und die deutsche Wirtschaft ihren Wachstumskurs fortsetzen kann.“

Institute setzen beim Wachstum auf privaten und staatlichen Konsum

Forscher des IfW korrigieren ihre Erwartungen von +2,1 auf +2,2 Prozent des deutschen Bruttoinlandsprodukts. „Hohe Einkom­menszuwächse aufgrund der günstigen Arbeitsmarktentwicklung sorgen hier für die stärkste Zunahme seit 15 Jahren, dazu kommen temporäre Faktoren, die die Kaufkraft erhöhen, wie niedrige Ölpreise, Rentenerhöhungen und Steuersenkungen“, sagt Stefan Kooths, Leiter des IfW-Prognosezentrums. Das HWWI bleibt bei den bisher veranschlagten +1,7 Prozent.

Nach oben