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27.11.2015

Die Zinsentscheide von EZB und Fed werfen ihre Schatten voraus. An den Rentenmärkten dies- und jenseits des Atlantiks läuft die Zinsentwicklung immer mehr auseinander.

Es gibt Anzeichen, dass die Renditen in beiden Währungsräumen leicht anziehen werden. (Foto: picture alliance / dpa)

Zwar hat sich in den vergangenen Tagen am langen Laufzeitende von Bunds und Treasuries wenig getan, aber im Vorfeld der Dezember-Sitzungen von EZB und Fed nahmen die Spreads der Renditen am kurzen Ende relativ deutlich zu. Unserer Meinung nach werden sich die Zinsen der Eurozone jedoch nicht der sich anbahnenden Zinswende der Fed entziehen können. Stefan Gäde, Analyst der HSH Nordbank, erwartet in beiden Währungsräumen leicht anziehende Renditen.

Am nächsten Donnerstag (3.12.) ist es endlich soweit. Die EZB wird aller Voraussicht ein ganzes Bündel von geldpolitischen Lockerungsmaßnahmen beschließen, um die Inflationsrate von aktuell 0,1 Prozent in Richtung des Zielwerts von nahe 2,0 Prozent zu erhöhen. Ungeachtet dessen hat sich das konjunkturelle Umfeld weiter aufgehellt. Die optimistische Stimmung der Unternehmen kam in den Anstiegen der Einkaufsmanagerindizes der Eurozone für das Verarbeitende Gewerbe und für den Dienstleistungssektor als auch des ifo Geschäftsklimaindex zum Ausdruck. Darum könnte das im dritten Quartal 2015 verlangsamte Wachstumstempo der Eurozone im vierten Quartal wieder zunehmen.

Die Vereinigten Staaten steuern immer sichtbarer der Zinswende zum Jahresende entgegen. Dazu trugen in den letzten Tagen einige erfreuliche Nachrichten bei. So wurde das Wachstum des BIP im dritten Quartal nach oben revidiert. Zudem legten die Auftragseingänge langlebiger Wirtschaftsgüter überraschend kräftig. Enttäuschend war lediglich der leichte Rückgang des Verbrauchervertrauensindex der Uni Michigan. Dennoch dürften die Konsumenten angesichts des Anstiegs der privaten Einkommen im Oktober guter Stimmung sein. Damit steht nach Ansicht von Gäde einem erfolgreichen Weihnachtsgeschäft des Einzelhandels, das am Black Friday (27.11.), dem Tag nach Thanksgiving, eingeläutet wird, nichts entgegen.