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UP°-Themencheck Megatrends

Zeit drängt: Neue Technologien gegen die globale Hitze

30.11.2015

Die Folgen der globalen Erderwärmung werden 1,3 bis 3,5 Millionen Menschen in Deutschland direkt betreffen, sagt der aktuellste Report der Umweltorganisation Climate Central. Neue Technologien sind dringend notwendig. Hier eröffnen sich Unternehmen nachhaltige Geschäftsfelder.

Im August 2015 fiel der Pegel der Elbe bei Dresden auf 50 Zentimeter – normal sind 700. Trockenheit mancherorts ist ebenso eine Folge des Wandels wie Überschwemmungen andernorts. (Foto: picture alliance / dpa)

Vom 30. November bis zum 11. Dezember werden die Regierungen der Welt zur 21. UN-Klimakonferenz in Paris zusammenkommen und darüber beraten, wie sie den Klimawandel weltweit verhindern oder seine Folgen zumindest mildern können. Obwohl das Phänomen zu den größten Herausforderungen des 21. Jahrhunderts gehört, stellen viele noch immer infrage, dass sich das Klima überhaupt ändert. Unbestreitbar aber ist, dass sich die Durchschnittstemperatur im letzten Jahrhundert um ein halbes Grad Celsius erhöht hat und der Meeresspiegel zwischen 1880 und 2009 um rund 21 Zentimeter gestiegen ist. Unbestritten ist auch, dass die Konzentration von Treibhausgasen in der Atmosphäre seit Beginn der Industrialisierung im 19. Jahrhundert kontinuierlich zugenommen hat – eine Entwicklung, die es ohne den Menschen nicht gegeben hätte.

Quelle: Carbon Dioxide Information Analysis Center 2013

Kritische Schwellen und ihre Folgen für die Umwelt

Der Weltklimarat geht von einer globalen Erwärmung um mindestens zwei Grad Celsius aus. Die Folgen eines solchen Anstiegs wären nach Ansicht der meisten Experten gerade noch zu bewältigen. Allerdings fehlen in diesen Modellrechnungen die sogenannten kritischen Schwellen („Tipping Points“). Solche Tipping Points – wenn beispielsweise der Monsun ausbliebe oder die Permafrostböden in der Tundra auftauten – könnten ihrerseits unkontrollierbare Folgen auslösen. Träten sie ein, würden die gerade noch verträglichen zwei Grad Celsius überschritten und das hätte gravierende Folgen für die Lebensbedingungen aller Menschen.

Der Klimawandel macht nicht nur die Sommer heißer und die Winter lauer. Die US-Behörde für Ozeane und Atmosphäre (National Oceanic and Atmospheric Administration, NOOA) hat 32 globale Extremwettereignisse wie Stürme oder Dürren im Jahr 2014 untersucht. Das Ergebnis dürfte manchen zum Schwitzen bringen: Nach den Erkenntnissen der NOOA trägt der vom Mensch verursachte Klimawandel in 18 Fällen zu diesen extremen Wetterlagen bei. Weitere Folgen sind danach: Die Meere übersäuern, das Frischwasser wird knapp und die Erträge der Landwirtschaft sinken. Stiege nur allein der Meeresspiegel stark an, wären davon bereits Milliarden von Menschen, die in Küstennähe leben, betroffen.

UP°-Themencheck Megatrends

 „Megatrends 2020plus – Herausforderungen und Chancen für Unternehmer“ ist eine Publikation von Unternehmer Positionen Nord. Der Themencheck bietet einen Überblick über Jahrzehnte hinweg wirkende Megatrends und die sich daraus erwachsenden wirtschaftlichen Potentiale für Unternehmen.

Innovation als Antwort: Chancen für die Wirtschaft

Bei allen dramatischen Bedrohungen, die mit einer Änderung des Klimas einhergehen, ergeben sich aus diesem Megatrend auch große Chancen für die Wirtschaft: Ganze Infrastrukturen müssen angepasst werden und der Bedarf an umweltfreundlichen Technologien lässt neue Märkte entstehen. Besonders gefragt sind effiziente Umwelttechnologien in den schnell industrialisierten Schwellenländern. Sie sollen dazu beitragen, die Emissionen zu senken und trotzdem wirtschaftlich zu produzieren. Parallel ist der Versicherungsmarkt aufgefordert, sich an die neuen Klimaverhältnisse anzupassen. Der Katastrophenschutz selbst – Gebäude und Verkehrswege gegen Hochwasser oder Stürme abzusichern – wird zum Wachstumsmarkt.

Die Zeit drängt: Nur wer schnell, innovativ und pragmatisch handelt, kann die Herausforderungen meistern. Gefordert sind vor allem klimasensitive Märkte wie die Landwirtschaft oder der Tourismus, die Gefahr laufen, komplett wegzubrechen. Eine große Herausforderung ist vor allem der zunehmende Mangel an Frischwasser. Forschung und Entwicklung sind aufgerufen, neue Verfahren zur Nutzung und Gewinnung von Wasser zu entwickeln, um die überlebenswichtige Ressource einzusparen oder aufzubereiten. Sich gut aufzustellen ist in diesen Zeiten doppelt notwendig: Die Volkswirtschaften werden erhebliche Kosten zu tragen haben, um den Klimawandel abzumildern und seine Folgen zu bewältigen.