SUCHE

06.11.2015

Sowohl in den USA als auch in der Eurozone liegen die Renditen der Staatsanleihen deutlich über dem Niveau der Vorwoche.

Die Chefin der amerikanischen Notenbank, Janet Yellen, will den Boden für eine Zinswende noch in diesem Jahr ebnen. (Foto: picture alliance / dpa)

Zunehmende Spekulationen auf eine nahende Zinswende in den USA hat den Renditen auf beiden Seiten des Atlantiks Auftrieb verliehen. Die Rendite der zweijährigen US-Treasuries stieg auf 0,82 Prozent, den höchsten Wert seit April 2011. Im zehnjährigen Laufzeitsegment gab es in der Berichtswoche ebenfalls einen kräftigen Rendite-Sprung deutlicher fiel die Reaktion bei den zehnjährigen Bundesanleihen aus, obwohl die EZB Vorbereitungen für QE2 trifft. Unterstützung für die Märkte kam zudem aus China. Staatspräsident Xi Jinping erläuterte den neuen Fünfjahresplan und zeigte sich zuversichtlich, dass das Reich der Mitte bis 2020 ein (unerwartet hohes) jährliches Wachstum von mindestens 6,5 Prozent erreichen wird.

Der entscheidende Impuls für den Zinsanstieg der letzten Tage kam von der US-Notenbankchefin Janet Yellen. Nach ihrer Ansicht läuft die US-Konjunktur rund. Yellen sieht einen Zinsschritt im Dezember als „reelle Möglichkeit“ an, wenn die Datenlage dem entsprechen würde. Dabei lieferten die jüngsten Konjunkturnachrichten ein gemischtes Bild.

Anderes als in den Vereinigten Staaten geht es in der Eurozone momentan um eine Lockerung der Geldzügel. So bekräftigte EZB-Chef Mario Draghi nochmals, dass die Notenbank bereit und fähig sei, alle Instrumente einzusetzen. Damit soll die niedrige Inflation dem EZB-Ziel von 2,0 Prozent näher gebracht werden.

Stefan Gäde, Analyst der HSH Nordbank, rechnet nach wie vor damit, dass die Fed die Zinswende erst im März einleitet und hält den jüngsten Zinsanstieg für übertrieben. Nächste Woche sollten deshalb die Bund- und US-Treasury-Renditen wieder ein wenig zurückfallen.