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13.11.2015

Guter US-Arbeitsmarkt liefert der Fed eine Steilvorlage für eine Zinswende. Die Renditen der US-Treasuries ziehen an und die der Bundesanleihen sind aufgrund steigender Erwartungen auf QE2 im Rückwärtsgang.

In den vergangen Monaten lief der Euro relativ sicher auf Spur. Doch die aktuellen US-Daten zwingen ihn erneut in die Knie. (Foto: picture alliance / dpa)

Die internationalen Rentenmärkte entwickelten sich in den vergangenen Tagen uneinheitlich. In USA setzte sich der Zinsanstieg fort und in der Eurozone ging es mit den Renditen zum Teil spürbar abwärts. Nur in Portugal und Spanien legten die Zinsen der Staatsanleihen zu. In beiden Ländern befürchten die Investoren einen Linksrutsch in der Politik und somit eine Aufweichung des Sparkurses. Stefan Gäde, Analyst der HSH Nordbank, erwartet keine anhaltenden Abkopplung der Eurozone vom Aufwärtstrend der US-Zinsen und sieht kurzfristig wieder anziehende Bund-Renditen.

Fed-Chefin Janet Yellen hat es wohl geahnt. Nachdem sie zuletzt mit ungewohntem Optimismus die Zinswende im Dezember verbal vorbereitete, übertrafen die jüngsten Arbeitsmarktdaten sehr deutlich die Erwartungen. So hat sich im Oktober die Zahl der neu geschaffenen Stellen gegenüber dem September auf 271.000 (erwartet: 181.000) fast verdoppelt. Die Arbeitslosenquote ging von 5,1 auf 5,0% zurück. Besonders erfreulich ist zudem der Anstieg der Stundenlöhne um 0,4% mom. Das ist der stärkste Zuwachs seit über sechs Jahren. Diese Steilvorlage wird die Fed nach Gädes Meinung nach kaum ungenutzt lassen und den Zinsschritt doch noch im Dezember durchführen.

Im Gegensatz zu den USA bereitet die EZB die Finanzmärkte auf QE2 vor. Sowohl EZB-Chef Mario Draghi als auch Chefvolkswirt Peter Praet warnten davor, dass im Euroraum das mäßige Wachstum bei niedriger Inflation über einen längeren Zeitraum anhalten könnte. Dies untermauerten auch die jüngsten Daten zur Industrieproduktion. Zwar war die Entwicklung in Frankreich und Italien im September im Vergleich zum Vormonat durchaus positiv, aber in der gesamten Eurozone gab es nicht zuletzt aufgrund der schwachen deutschen Industrie einen Rückgang.