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Wochenbarometer
20.11.2015

Paris hat kaum Auswirkungen auf die Märkte. Der Euro-Rentenmarkt wird derzeit von der EZB und der US-Rentenmarkt von der US-Notenbank dominiert.

Auf den ersten Blick scheinen die angesetzten Maßnahmen von EZB Chef, Mario Draghi, aufzugehen. Der Kauf von Staatsanleihen führt zu deren Verknappung und somit zu sinkenden Renditen. (Foto: picture alliance / dpa)

Zwei Wochen vor der nächsten EZB-Sitzung wird das Rentenmarktgeschehen von der zunehmenden Gewissheit bestimmt, dass die Notenbank erneut von ihrem geldpolitischen Arsenal Gebrauch machen wird. Im Ergebnis rentieren die zehnjährigen Bunds wieder unter 50 bp, der Euribor ist weiter auf -9 bp gefallen und zweijährige Staatsanleihen liegen auf einem Allzeittief von nahe -40 bp. Von dieser Entwicklung profitieren die Finanzministerien der Euro-Mitgliedsländer. Die Terroranschläge von Paris haben den Rückgang der Renditen sicherlich gefördert, scheinen aber nach Ansicht von Cyrus de la Rubia, Chefvolkswirt der HSH Nordbank, keine nachhaltige Rolle zu spielen, was unter anderem an der positiven Entwicklung der Aktienmärkte abzulesen ist.

Ganz anders in den USA. Dort ist der 3-Monats-T-Bill, der seit April 2015 immer wieder unter die Grenze von 0% abrutschte, in den vergangenen Tagen deutlich auf 12 bp gestiegen. Der Grund ist der zunehmende Konsens einer ersten Leitzinsanhebung im Dezember. Das Protokoll der letzten Fed-Sitzung bestätigt diese Erwartung, da hier explizit von der Möglichkeit einer geldpolitischen Straffung gesprochen wird unter der Bedingung sich bessernder Konjunkturindikatoren. Diese Bedingung sieht de la Rubia angesichts der robusten Arbeitsmarktdaten und Expansion des Dienstleistungssektors als erfüllt an. Daher sind auch die Renditen der zweijährigen T-Notes innerhalb eines Monats um knapp 30 bp gestiegen. Etwas schwerer tun sich die zehnjährigen Titel. Deren Renditen sind in den vergangenen Tagen zurückgegangen. Dahinter mag die Erwartung einer sehr langsamen Gangart der Fed bei ihren Leitzinsanhebungen stehen und/oder eine nur geringe Zuversicht über die konjunkturellen Aussichten der Vereinigten Staaten.