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09.11.2015

Die konjunkturelle Abkühlung in China beschert zum ersten Mal in diesem Jahr dem Welthandelsindex einen Rückgang.

Wie es sich im September bereits andeutete, schrumpfte der Welthandelsindex im Oktober im Vergleich zum Vormonat zum ersten Mal in diesem Jahr. So veränderte sich der Index mit einer monatlichen Rate von -0.77 Prozent. Auch nach Abzug der saisonalen Komponente bleibt es in diesem Monat bei einem Rückgang um 0,10 Prozent.  

Der Rückgang ist Ausdruck einer allgemeinen Eintrübung des weltwirtschaftlichen Umfeldes in den letzten Monaten, die ausgehend von China insbesondere die Schwellenländer betrifft. In China war im September etwa der Caixin Industrie-PMI mit einem Wert von 47,3 auf seinen seit Erhebungsbeginn (2011) niedrigsten Wert gefallen. Zwar konnte sich der PMI im Oktober auf 48,3 erholen, bleibt damit aber weiterhin weit hinter seinen historischen Durchschnittswerten zurück. Die ebenfalls im Oktober veröffentlichte jährliche Wachstumsrate des Bruttoinlandsprodukts von 6,9 Prozent fiel zwar leicht besser aus als erwartet, jedoch bleibt die Rate damit unter der 7 Prozent-Marke und fällt damit deutlich niedriger aus als in den Vorjahren.

Auch in den USA weisen die jüngsten Daten auf eine leichte Abkühlung hin. Mit einem Wert von 50.1 im Oktober liegt der ISM für die Industrie nunmehr 3 ½ Punkte unter seinem Jahreshoch im Juli. Nach einem Wert von 3,9 Prozent im zweiten Quartal enttäuscht auch das BIP im dritten Quartal mit einer Jahreswachstumsrate von 1,5 Prozent.

In der Eurozone erhielt zwar der Gesamt-PMI in diesem Sommer ebenfalls einen leichten Dämpfer, erholte sich im Oktober aber wieder. Die Arbeitslosenquote sinkt weiter und liegt nun bei einem Wert von 10,8 Prozent nach zuletzt 11 Prozent. Zusammen genommen deutet sich also eine Fortsetzung der Schwächephase im Welthandel an.

Schaut man sich die regionalen Entwicklungen im Welthandel an, so fällt auf, dass die saisonbereinigten Rückgänge in Singapur (-1,13 Prozent) und Shanghai (-1,20 Prozent) besonders stark ausfielen. Auch Hamburg und Rotterdam mussten in diesem Monat Rückgänge von -0.62 Prozent respektive -0.22 Prozent hinnehmen, während der Containerschiffsverkehr in Busan und Los Angeles allenfalls stagnierte. Dubai hingegen kann weiterhin mit einem kräftigen Plus von 3,25 Prozent aufwarten, während sich Hongkong mit einem kleinen Zuwachs von 0,94 Prozent zu stabilisieren scheint.

HSH Nordbank Welthandelsindex (Kapazität auslaufender Containerschiffe aus acht Welthäfen, Index auf Basis des gleitenden Dreimonatsdurchschnitts, saisonbereinigt, Jan 2009 = 100)

Quellen: HSH Nordbank, Bloomberg

Funktion und Methode
Der HSH Nordbank Welthandelsindex erfasst die Kapazität der Containerschiffe, die monatlich acht bedeutende Welthäfen verlassen (Shanghai, Singapur, Hongkong, Busan, Dubai, Rotterdam, Hamburg, Los Angeles). Von den monatlich erfassten Daten wird ein 3-Monatsdurchschnitt gebildet.

Der Containerhandel deckt zwar nur einen Teil des Welthandels ab, so dass die Schiffssegmente Massengutfrachter, Tanker und sonstige Schiffstypen von diesem Index ebenso wenig erfasst werden wie der Transport über Land sowie die Luftfracht. Jedoch zeigt der HSH Welthandelsindex eine relativ hohe Korrelation mit dem umfassenden Welthandel, wie er von dem CPB-Index des Instituts für wirtschaftspolitische Analyse aus den Niederlanden auf monatlicher Basis erfasst wird. Der Vorteil des HSH Nordbank Welthandelsindex ist unter anderem seine Aktualität, da die Daten grundsätzlich taggleich abgerufen werden können, während der CPB-Index seine Daten dagegen mit einer Verzögerung von drei Monaten veröffentlicht.

HSH Nordbank Welthandelsindex (Kapazität auslaufender Containerschiffe aus acht Welthäfen, saisonbereinigt, Index auf Basis des gleitenden Dreimonatsdurchschnitts,) vs. CPB Welthandelsindex (Gesamter Welthandel, auf Monatsbasis, saisonbereinigt, Dreimonatsdurchschnitt, Mär 2008 = 100)

Container-Umschlag gemessen anhand der Kapazität auslaufender Containerschiffe aus acht Welthäfen (saisonbereinigt, Index auf der Basis des gleitenden Dreimonatsdurchschnitts 31.01.2010 = 100)

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