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02.10.2015

Der deutliche Rückgang der Staatsanleiherenditen zeugt von einem zunehmenden Pessimismus, der sich in den Geschäftsklimaindizes der Eurozone keineswegs widerspiegelt.

Normandie, Frankreich: Derzeitiger Lichtblick – die französischen Konjunkturdaten (Foto: picture alliance / Arco Images)

Während sich an den Aktienmärkten die Lage allmählich zu stabilisieren scheint, strahlen die Rentenmärkte eine düstere Stimmung aus. Die Renditen der zehnjährigen Bunds sind unter 60 bp gefallen und auch die Pendants aus den USA sind deutlich gesunken, und zwar auf 2,06 Prozent. Eindeutige Erklärungen gibt es nicht. Sicher bereitet der Fall der Inflation unter die Marke von 0  Prozent den Entscheidungsträgern in der EZB Sorgen. Viele Investoren dürften vor diesem Hintergrund eine Ausweitung des QE-Programms für wahrscheinlicher halten..

Es gab aber nicht nur negative Nachrichten. So konnte der Haushaltsstreit in den USA vorübergehend beigelegt werden, in dem ein temporärer Haushalt bis zum 11. Dezember verabschiedet wurde. Die PMI-Geschäftsklimaindizes für das Verarbeitende Gewerbe in der Eurozone signalisieren für den laufenden Monat weiterhin Wachstum. Hervorzuheben ist Frankreich, wo die Stimmung in positives Terrain geschwenkt ist und die erste Indexschätzung noch leicht nach oben auf 50,6 Punkte revidiert wurde. Damit wächst das Verarbeitende Gewerbe in der gesamten Eurozone, mit Ausnahme Griechenlands.

Die nächsten Tage dürften vor allem von den US-Arbeitsmarktdaten (02. Oktober) geprägt sein. Cyrus de la Rubia erwartet eine erfreuliche Entwicklung, die ausreichend für eine Leitzinserhöhung im Oktober oder Dezember sein sollte. Abgeschlossen wird die kommende Woche mit der Weltbank- und IWF-Tagung (9.-11. Oktober) in Lima, wo unter anderem der World Economic Outlook mit den neuesten Prognosen des IWF veröffentlicht wird. An Warnungen vor einer Verlangsamung des Wirtschaftswachstums in den Schwellenländern und vor „übereilten“ Leitzinserhöhungen wird es sicherlich nicht mangeln. Insgesamt sieht de la Rubia kurzfristig keinen großen Spielraum für einen Anstieg der langfristigen Renditen.