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16.10.2015

In den vergangenen Tagen hat sich an den Rentenmärkten wenig getan: Die wirtschaftlichen Aktivitäten in den USA, der Eurozone und in China verlangsamen sich. Die Zinsen bleiben im Rückwärtsgang.

Frankfurt: Die EZB erwartet, dass es angesichts der andauernden Euro-Stärke und der niedrigen Rohstoffpreise noch dauert, bis der EZB-Inflationszielwert von knapp unter 2,0% erreicht wird. (Foto: picture alliance / Daniel Kalker)

In den vergangenen Tagen hat sich an den Rentenmärkten wenig getan. Angesichts schlechter Wirtschaftsdaten aus China blieben die Investoren auf der sicheren Seite. Die Renditen der zehnjährigen US-Treasuries und ihrer deutschen Pendants beendeten die Berichtsperiode nur knapp unter dem Niveau der Vorwoche. In China bestätigen die rückläufigen Ex- und insbesondere Importe sowie der Abwärtstrend der Preise die stärkere Verlangsamung der wirtschaftlichen Aktivitäten.

In der Eurozone nimmt die Erwartung immer mehr zu, dass die EZB die Geldschleusen ein weiteres Stück öffnen wird. Yves Mersch, das Direktoriumsmitglied der EZB, merkte an, es dürfte aufgrund der Euro-Stärke und der niedrigen Rohstoffpreise länger dauern, bis der EZB-Inflationszielwert von knapp unter 2,0% erreicht wird. Mersch unterstrich wie schon zuletzt EZB-Chef Mario Draghi die Bereitschaft der Zentralbank, wenn nötig, alle Instrumente zu nutzen, um das Inflationsziel zu erreichen. Deshalb wird die EZB-Sitzung am kommenden Donnerstag mit Spannung erwartet. Stefan Gäde, Analyst der HSH Nordbank erwartet zwar keine geldpolitischen Beschlüsse. Dafür sollte aber, so Gäde, die verbale Vorbereitung von QE2 konkretere Formen annehmen.

In den USA wird die Verschiebung der Leitzinswende immer wahrscheinlicher. US-Notenbanker Charles Evans sagte, er halte Mitte kommenden Jahres für den besten Zeitpunkt eines Zinsschrittes. Aus diesem Grund und wegen der rückläufigen Inflationsdaten rechnet Gäde damit, dass die Fed statt im Dezember erst Ende des ersten Quartals die Leitzinsen anheben wird.