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30.10.2015

Die EZB hat die Erwartungen an das QE2 Programm angeheizt. Die Zinsen der Eurozone sind deshalb wieder im Rückwärtsgang. Dagegen hat in den USA die Fed den Renditen Auftrieb verliehen.

New York: Mit ihrer Kommunikation fährt die US-Notenbank einen Schlingerkurs. Dabei versucht die FED Balance zu halten. (Foto: picture alliance / Photoshot)

Die Entwicklung an den internationalen Rentenmärkten wird nach wie vor von den Notenbanken dominiert. In der Eurozone schürte Mario Draghi auf der Oktober-Sitzung der EZB die Erwartungen auf eine weitere Lockerung der ohnehin schon expansiven Geldpolitik. Angesichts der sinkenden Inflation rechnet Stefan Gäde, Analyst der HSH Nordbank, auf der nächsten Zinssitzung im Dezember mit dem Beschluss für eine Erhöhung der monatlichen Ankaufvolumina. Entsprechend kehrten die Renditen der Euro-Staatsanleihen in ihren Abwärtstrend zurück. Spielraum für höhere Zinsen sieht Gäde nicht.

In den USA setzte sich dagegen der Zinsanstieg langsam fort. Zwar hat die Fed auf ihrer Zinssitzung erwartungsgemäß keinen Beschluss gefasst, aber in ihrer Erklärung durch die Änderung von Formulierungen doch noch eine Hintertür für die Einleitung der Zinswende im Dezember offen gelassen. Aus Sicht der Märkte ist nun ein Zinsschritt im Dezember wieder eine realistische Option geworden. Gäde erwartet aber nicht, dass sich die Datenlage bis zum Jahresende wesentlich verbessern wird und hält eine Leitzinserhöhung im März für wahrscheinlich. Deshalb dürfte der Zinsanstieg in den USA in engen Grenzen bleiben. Dafür sprechen die nicht überzeugenden jüngsten US-Daten. Das annualisierte BIP-Wachstum verlangsamte sich im dritten Quartal von 3,9 auf 1,5 Prozent und lag damit etwas unter den Erwartungen. Ebenso verhielt es sich mit dem Auftragseingang langlebiger Wirtschaftsgüter und dem Verbrauchervertrauen.

In der Eurozone kommt Störfeuer aus Griechenland und Portugal. Die Griechen haben Schwierigkeiten bei der Umsetzung der Vorgaben der Kreditgeber. Damit fehlen die Voraussetzungen für weitere Unterstützungszahlungen. In Portugal steht zwar die neue Regierung, aber sie hat im Parlament keine Mehrheit. Jetzt drohen Neuwahlen und eine Aufweichung des strikten Sparkurses.

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