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04.09.2015

Die Europäische Zentralbank (EZB) stört die Ruhe der vergangenen Tage und schickt Anleiherenditen wieder auf Talfahrt. Die US-Arbeitsmarktdaten sind der Schlüssel für die zu erwartende US-Leitzinsanhebung.

Mario Draghi

Auf der Pressekonferenz am 3. September in Frankfurt am Main stellte Mario Draghi, Präsident der EZB, sein überarbeitetes QE-Programm vor. Er plant die Anleihekäufe notfalls zu verlängern. (Foto: picture alliance / dpa)

Eine ungewohnte Ruhe war in den vergangenen Tagen festzustellen. Die langfristigen Renditen der Bunds und der US-Treasuries bewegten sich über die gesamte Zinsstruktur kaum spürbar. Dies ging einher mit global unauffälligen Aktienmarktindizes. Lediglich am Ölmarkt war eine rekordhohe Volatilität festzustellen.

Dessen ungeachtet gehen die Diskussionen um den Zeitpunkt der ersten US-Zinserhöhung weiter. Rückenwind erhielten die Zinserhöhungsgegner vom enttäuschenden ISM-Index sowie vom Internationalen Währungsfonds: Im Vorfeld des G20-Gipfels warnte der Fonds vor Zinserhöhungen, da die Risiken für das globale Wachstum zugenommen hätten.

Die Ruhe wurde schließlich gestört von EZB-Präsident Mario Draghi, der auf der Pressekonferenz am 3. September mit einer kleinen Überraschung aufwartete: So hat die EZB die Regeln für den Ankauf von Anleihen geändert. Man kann diese „technische“ Modifikation auch als Vorbereitung auf eine Ausweitung des Programms interpretieren. Dazu kam, dass die Prognosen der EZB in Bezug auf Inflation und Wachstum für die Jahre 2015 bis 2017 niedriger ausgefallen sind. In jedem Fall sind die Bund-Renditen in Reaktion auf diese Ankündigung gesunken.

Am 4. September werden die US-Arbeitsmarktdaten Aufschluss über den Zeitpunkt einer US-Zinserhöhung geben. Cyrus de la Rubia erwartet einen Beschäftigungszuwachs von über 200.000, der für einen Zinsschritt sprechen würde. Nach Ansicht von de la Rubia sollten die langfristigen Renditen in Reaktion auf eine derartige Zahl steigen.