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11.09.2015

China beruhigt die Märkte mit einem Konjunkturprogramm. Nachdem die EZB den Zinsanstieg in der Eurozone bremst, erwartet uns nächste Woche der langersehnte Zinsentscheid der US-Notenbank.

Ein Lichtblick in Chinas bedeutendster Industriestadt Shanghai: Premier Li Keqiang verspricht, dass das Land über „adäquate Mittel“ verfüge, um Wachstum zu garantieren. (Foto: picture alliance / dpa)

Die chinesische Regierung hat die internationalen Finanzmärkte beruhigt. Sie kündigte ein Konjunkturprogramm an und will den langfristigen Aktienbesitz steuerlich fördern. Gleichwohl konnten die letzten Wirtschaftsdaten nicht überzeugen. Im August flachte der Außenhandel stark ab. Die Ankündigung der Konjunkturspritze aus China beendete an den Rentenmärkten in den USA und der Eurozone den Rückwärtsgang der Zinsen.

Nach Ansicht von Stefan Gäde, Analyst der HSH Nordbank, wurde der Zinsanstieg in der Eurozone von der EZB gebremst, die nach der Sommerpause ihr Anleihe-Ankaufprogramm wie angekündigt wieder hoch gefahren hat. Indes gab es eine Reihe guter Nachrichten. Das BIP-Wachstum der Eurozone wurde im zweiten Quartal nach oben revidiert. Zudem präsentierte Deutschland gute Juli-Zahlen. Die Produktion im Produzierenden Gewerbe legte kräftig zu und auch der Außenhandel entwickelte sich dynamisch. Dagegen fiel Frankreich mit einem Minus von bei der Industrieproduktion deutlich ab. Größter Unsicherheitsfaktor der Eurozone bleibt jedoch Griechenland, das am 20. September eine neue Regierung wählt.

Der Höhepunkt der kommenden Woche ist am Donnerstag der Zinsentscheid der US-Notenbank. Obwohl der Arbeitsmarktbericht vom August weder den Befürwortern noch den Gegnern einer strafferen Geldpolitik wichtige Erkenntnisse gebracht hat, gehen die Märkte mehrheitlich davon aus, dass die Zinswende mindestens bis in den Dezember verschoben wird. Gäde sieht die amerikanische Wirtschaft auf einem soliden Wachstumspfad und bei seiner Meinung, dass die Fed schon in der kommenden Woche die Zinswende einleiten wird. Aus diesem Grund rechnet Gäde mit steigenden Staatsanleiherenditen in den USA und der Eurozone.

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