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Welthandelsindex Juli
06.08.2015

Fallende Rohstoffpreise zeigen eine Abkühlung der chinesischen Wachstumsdynamik, welche auch den Containerhandel trifft.

Im Juli expandierte der Welthandel gemessen am HSH Nordbank-Welthandelsindex zurückhaltend um 0,75% gegenüber dem Vormonat. Damit setzte sich der seit Jahresbeginn anhaltende Zuwachs im Welthandel zwar fort, verlor verglichen mit den Vormonaten aber an Schwung.

In der Eurozone ist das Geschäftsklima nach der vorläufigen Entspannung in der griechischen Schuldenkrise stabil und verbesserte sich im verarbeitenden Gewerbe geringfügig gegenüber dem Vormonat. Die Indizes sprechen für eine verlässliche Auftragslage. Zudem werden die Exporte der europäischen Produzenten weiterhin vom schwachen Euro gestützt. Im zweiten Quartal ließ das Verbrauchervertrauen angesichts anhaltender Unterbeschäftigung jedoch nach.  Die Signale aus den Vereinigten Staaten zeigen sich durchwachsen.  Private Einkommen und Ausgaben nahmen zwar leicht zu, dies aber bei zurückgegangenen Einzelhandelsumsätzen und geringfügig abwärts korrigierten Geschäftsklimaindizes.  Nach einer langsamer als erwartet verlaufenden Erholung des Arbeitsmarktes bekräftigte die Fed deren Wichtigkeit für die erwartete Zinswende. Der starke Dollar lastet auf der US-amerikanischen Exportwirtschaft, für die zuletzt im Mai ein Rückgang der Ausfuhren um 0,8% ermittelt wurde.

Die Verlangsamung der Wirtschaftsdynamik Chinas zeigt sich unter anderem an den fallenden Rohstoffpreisen. So gaben die Kupfer- und Goldpreise angesichts der ausfallenden Nachfrage zuletzt deutlich nach. Nach dem jüngsten Krach auf dem chinesischen Aktienmarkt ist das Geschäftsklima leicht abgeflaut, der Caixin Einkaufsmanagerindex des verarbeitenden Gewerbes bewegte sich bei zuletzt 47,8. Diese Eintrübung macht sich auch an den Häfen bemerkbar. In Hong Kong verharren die Containerausfuhren weiterhin unter dem Niveau vom Januar 2014 und flachten sich nach dem seit Jahresbeginn vollzogenen Anstieg im Juli wieder etwas ab. Shanghai zeigt ein verhältnismäßig flaches Wachstum. Die Exportschwäche der USA machte sich mit einem Ausfuhrrückgang von 1,6% in Los Angeles bemerkbar. Im Gegensatz dazu konnten die europäischen Häfen  nach der zwischenzeitlichen Stagnation zum bereits erwarteten Wachstum zurückkehren und insgesamt um rund 2,3% zulegen, wobei Hamburg 2,6% verzeichnen konnte. Neben starken Zuwächsen im mittleren Osten fällt Busan mit einem erneuten Zuwachs als deutlicher Gewinner der bisherigen Jahresentwicklung auf.

HSH Nordbank Welthandelsindex (Kapazität auslaufender Containerschiffe aus acht Welthäfen, Index auf Basis des gleitenden Dreimonatsdurchschnitts, saisonbereinigt, Jan 2009 = 100)

Quelle: HSH Nordbank, Bloomberg

Funktion und Methode

Der HSH Nordbank Welthandelsindex erfasst die Kapazität der Containerschiffe, die monatlich acht bedeutende Welthäfen verlassen (Shanghai, Singapur, Hongkong, Busan, Dubai, Rotterdam, Hamburg, Los Angeles). Von den monatlich erfassten Daten wird ein 3-Monatsdurchschnitt gebildet.

Der Containerhandel deckt zwar nur einen Teil des Welthandels ab, so dass die Schiffssegmente Massengutfrachter, Tanker und sonstige Schiffstypen von diesem Index ebenso wenig erfasst werden wie der Transport über Land sowie die Luftfracht. Jedoch zeigt der HSH Welthandelsindex eine relativ hohe Korrelation mit dem umfassenden Welthandel, wie er von dem CPB-Index des Instituts für wirtschaftspolitische Analyse aus den Niederlanden auf monatlicher Basis erfasst wird. Der Vorteil des HSH Nordbank Welthandelsindex ist unter anderem seine Aktualität, da die Daten grundsätzlich taggleich abgerufen werden können, während der CPB-Index seine Daten dagegen mit einer Verzögerung von drei Monaten veröffentlicht.
       
HSH Nordbank Welthandelsindex (Kapazität auslaufender Containerschiffe aus acht Welthäfen, Index auf Basis des gleitenden Dreimonatsdurchschnitts, saisonbereinigt) vs. CPB Welthandelsindex (Gesamter Welthandel, auf Monatsbasis, Dreimonatsdurchschnitt, saisonbereinigt, Q1 2008 = 100)    

Container-Umschlag gemessen anhand der Kapazität auslaufender Containerschiffe aus acht Welthäfen, Index auf der Basis des gleitenden Dreimonatsdurchschnitt (Q1 2014 = 100)

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