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21.08.2015

China verunsichert weiterhin die Märkte. Die Gewinner sind erneut Bundes- und US-Staatsanleihen, deren Zinsen wegen der Nachfrage der risikoscheuen Anleger im Keller bleiben.

Konjunktursorgen bei den Händlern der Frankfurter Börse. Der Dax wird durch den erneuten Kursrutsch in China weiter nach unten gedrückt und fiel zeitweise auf den tiefsten Stand seit Ende Januar. (Foto: picture alliance / dpa)

Nach wie vor bewegt die Angst vor einer stärkeren Abkühlung der chinesischen Konjunktur die Finanzmärkte. Besonders verunsichert sind die Aktienmärkte. Sie stehen weiterhin unter Druck und treiben die Anlagegelder in die sicheren Häfen. Deshalb wurden erneut Bundesanleihen und US-Treasuries stark nachgefragt. Die Vorsicht der Investoren wird nach Ansicht von Stefan Gäde, Analyst der HSH Nordbank, vorerst anhalten und einem Zinsanstieg vorerst entgegenstehen.

In der Eurozone haben das griechische Parlament und die Eurofinanzminister dem dritten Hilfspaket für Griechenland zugestimmt. Auch die deutschen und holländischen Parlamentarier gaben grünes Licht. So konnte die erste Kreditrate von 26 Milliarden Euro freigegeben werden. Unklar ist nach wie vor, ob sich der IWF, der bis zuletzt auf einem Schuldenschnitt beharrte, beteiligen wird. Indes verläuft die konjunkturelle Erholung in der Eurozone ungleichmäßig und weniger dynamisch als erwartet, wie es schon vergangene Woche an den Daten der Industrieproduktion abzulesen war.  Das BIP stieg zwar im zweiten Quartal, konnte aber die Prognosen nicht erfüllen.

Deutlich besser sieht es in den Vereinigten Staaten aus. Die Industrieproduktion legte im Juli deutlicher als erwartet zu. Die Verbraucherpreisdaten wiesen im Juli wenig Bewegung auf. Obwohl das offizielle Inflationsziel der Fed von 2,0 Prozent im Juli mit 1,8 Prozent nur knapp verfehlt wurde, lassen dennoch die Spekulationen über eine Verschiebung der Leitzinserhöhung von diesem ins nächste Jahr nicht nach. Die jüngsten Minutes (Protokoll der Fed-Sitzung) beinhalten allerdings keine Indizien dafür. Gäde erwartet nach wie vor einem Zinsschritt der Fed im kommenden Monat.