SUCHE

Wochenbarometer
14.08.2015

Die überraschende Abwertung des Yuan erschüttert die Finanzmärkte. Gewinner sind US-Treasuries und Bundesanleihen. Die nachlassende Risikobereitschaft der Anleger lässt einem Anstieg der Anleiherenditen kurzfristig kaum Spielraum.

Beijing: Jeder Schein zählt. Der fallende Yuan erlebte am Mittwoch, den 12.08. ein Vierjahrestief und zieht so die Märkte weltweit ins Minus. (Foto: picture alliance / dpa)

China hat in dieser Woche die Finanzmärkte geschockt. Gleich an drei Tagen in Folge hat die chinesische Notenbank den Yuan gegenüber dem US-Dollar abgewertet. Begründet wurde dies von den Notenbankern offiziell damit, dass es erforderlich sei, den Wechselkurs an die Marktverhältnisse anzupassen. Viele glauben jedoch, dass China dabei vor allem die Wettbewerbsfähigkeit seiner schwächelnden Wirtschaft stärken will. Aus Angst vor einer stärkeren konjunkturellen Abschwächung im Reich der Mitte reagierten die Aktienbörsen rund um den Globus mit deutlichen Kursverlusten. Gewinner waren hingegen die Staatsanleihen der Eurozone und der Vereinigten Staaten. Da die Risikobereitschaft der Anleger deutlich abgenommen hat, sieht Stefan Gäde, Analyst der HSH Nordbank, in der nächsten Woche außer einer leichten Gegenbewegung nur wenig Potenzial für steigende Renditen.

Griechenland steht indes kurz vor der Einigung mit seinen Geldgebern. Das dritte Hilfspaket wird voraussichtlich ein Volumen von 85 Mrd. Euro umfassen, die in den nächsten drei Jahren zur Auszahlung kommen sollen. Diese erfreuliche Nachricht wurde jedoch von überraschend schwachen Daten von der Industrieproduktion der Eurozone überschattet. Sie sank im Juni im Vergleich zum Mai um 0,4%. 

Der Schock der Yuan-Abwertung hat in den USA den Blick auf die nachlassenden Inflationserwartungen gelenkt. Dadurch wurde die Diskussion über den richtigen Zeitpunkt der Leitzinserhöhung wieder entfacht und der US-Dollar verlor gegenüber vielen wichtigen Währungen wie Euro, Yen oder Pfund kräftig an Boden. Gäde hält jedoch angesichts der jüngsten Arbeitsmarktzahlen nach wie vor den Zinsschritt im September für wahrscheinlich.