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17.07.2015

Der Grexit wurde zunächst abgewendet und andere Themen rücken in den Vordergrund: US-Geldpolitik, Chinas Aktienmarkt und wichtige Konjunkturdaten.

Börse Hongkong: Die Sorgen an den internationalen Kapitalmärkten galten in den vergangenen Tagen der Befürchtung, dass es nach einem möglichen Ende des Griechenland-Dramas nahtlos mit einer neuen China-Krise weitergeht. (Foto: picture-alliance / dpa)

In den vergangenen Tagen sind die langfristigen Bund- und US-Treasuryrenditen zunächst im Zuge von Griechenland-Optimismus gestiegen und konnten dann die höheren Niveaus auf der Basis der Einigung über den ESM-Verhandlungsbeginn mit Hellas in etwa halten. Wenngleich Fed-Präsidentin Yellen in ihrer Rede vor dem Finanzausschuss des Abgeordnetenhauses erneut die voraussichtliche Angemessenheit eines ersten Zinsschrittes noch in diesem Jahr deutlich machte, gab diese Äußerung den US-Staatsanleihen keinen weiteren Impuls. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat auf ihrer Sitzung vom 16. Juli vor allem durch die Ankündigung, die Notfallkredite für Griechenland um 900 Mio. Euro hochzusetzen, für Diskussionen gesorgt, ihre geldpolitische Ausrichtung aber wie erwartet unverändert gelassen. Darüber hinaus beruhigte EZB-Präsident Draghi viele Investoren durch die Zusicherung, die Brückenfinanzierung für die Rückzahlung der Griechenland-Anleihe an die EZB sowie die aufgelaufenen Schulden Griechenlands an den IWF seien durch die Europäische Kommission organisiert worden.

An der Konjunkturfront hat die Unsicherheit über den Verbleib von Griechenland in der Eurozone offensichtlich doch ein paar Spuren hinterlassen. So ist der ZEW-Index für Deutschland eingebrochen und die Industrieproduktion in der Eurozone ist entgegen den allgemeinen Erwartungen deutlich geschrumpft, statt zu steigen. Die gegenüber dem Vormonat rückläufige Inflation, deren endgültiger Wert von 0,8% yoy der Schnellschätzung entspricht, ist dagegen nach Ansicht von Cyrus de la Rubia, Chefvolkswirt der HSH Nordbbank, in erster Linie auf den erneut gesunkenen Ölpreis zurückzuführen und sollte weniger als Zeichen einer schwachen Konjunktur gedeutet werden.