SUCHE

03.07.2015

Die Finanzmärkte stehen unter dem Zeichen der zugespitzten Griechenland-Krise. Dabei profitieren jedoch Bunds und Treasuries als sichere Häfen. Die Anleihen der Peripheriestaaten verzeichneten einen spürbaren Anstieg der Renditen.

Bild eines Eisbergs

Die Lage in Griechenland spitzt sich zu. Es ist abzuwarten, was nach dem geplanten Referendum am Sonntag unter der Spitze zum Vorschein kommt. (Foto: picture alliance / Udo Bernhart)

Auch in den letzten Tagen bestimmte die Zuspitzung der Griechenland-Krise die Richtung an den Finanzmärkten. Als Notmaßnahme wurde am letzten Juni-Wochenende entschieden, die Banken vom 29.06. bis 06.06. zu schließen, Bargeldabhebungen pro Person und Tag auf 60 Euro zu begrenzen und Geldtransfers ins Ausland zu verbieten. Darum mussten die Aktienmärkte zu Wochenbeginn heftige Verluste einstecken, während die Bundesanleihen und US-Treasuries als sichere Häfen gefragt waren. Indes litten die Anleihen vieler Euro-Staaten unter dem erhöhten Risikobewusstsein der Anleger. Betroffen waren insbesondere Spanien, Italien und Portugal, deren Spreads sich gegenüber den Bunds im zehnjährigen Segment zwischenzeitlich um 25 bis 30 Basispunkte ausweiteten. Im weiteren Wochenverlauf zogen die Renditen von Bunds und T-Bonds jedoch wieder an. Treiber dafür waren gute US-Wirtschaftsdaten. Da die Gefahr eines Grexit zugenommen hat, sind nach Ansicht von Stefan Gäde, Analyst der HSH Nordbank, einem weiteren Zinsanstieg erst einmal enge Grenzen gesetzt.

In den USA konnten die jüngsten Wirtschaftsdaten durchaus überzeugen. Sie nähren die Spekulation auf eine straffere Geldpolitik mit zwei Leitzinsschritten noch in diesem Jahr. Der private Konsum ist nicht zu bremsen. Das bestätigen die Verbrauchervertrauensindizes. Bei den Unternehmen sieht es ebenfalls gut aus. Zwar blieb der Einkaufsmanagerindex aus Chicago mit seinem leichten Zuwachs unter den Erwartungen, aber der ISM-Index für das Verarbeitende Gewerbe überraschte positiv. Er verzeichnete ein überraschend kräftiges Plus.