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Welthandelsindex Juni
13.07.2015

Seit Jahresbeginn hat sich der Welthandel – gemessen am HSH Nordbank Welthandelsindex recht dynamisch gezeigt. Allerdings galt es auch verlorenes Terrain wieder gutzumachen. Und so hat man erst im Juni den Höchstwert des Vorjahres überschreiten können. Im Vormonatsvergleich hat der Handel um 2,5% in saisonbereinigter Rechnung zugenommen. Wir gehen nicht davon aus, dass diese Dynamik aufrecht erhalten werden kann, rechnen aber in der zweiten Jahreshälfte durchaus noch mit Zuwächsen.

Vor allem im zweiten Quartal hat die Nachfrage aus den USA wieder angezogen, wie die Einzelhandelsumsätze aus Amerika zeigen. Bei den Unternehmen hat sich die Stimmung ebenfalls verbessert. So ist der ISM-Geschäftsklimaindex für das Verarbeitende Gewerbe im Juni den zweiten Monat in Folge gestiegen. Auch in Europa verbessert sich die Lage, wie unter anderem die PMI-Geschäftsklimaindizes zeigen. Das Drama um Griechenland macht sich in den Daten nicht bemerkbar. Entsprechend haben die Containerausfuhren – sie sind die Grundlage des HSH-Index – aus Asien weiter zugenommen und sind auch der wichtigste Treiber der Aufwärtsbewegung im Juni.  Etwas weniger dynamisch entwickelten sich im vergangenen Monat die Ausfuhren aus Europa und den USA. In den USA hat sich nach dem langen Streik der Hafenarbeiter an der Westküste zu Jahresbeginn die Lage wieder normalisiert, was sich nach dem kräftigen Zuwachs der vergangenen Monate in einer langsameren Gangart im Juni äußert. In der Eurozone stagnierten die Containerausfuhren im vergangenen Monat, was wir jedoch angesichts einer robuster werdenden Weltkonjunktur als vorübergehendes Phänomen betrachten.

Unser Ausblick für die nächsten Monate ist positiv: Auch wenn sich in China das Wachstum tendenziell verlangsamt, dürfte sich die Konsumnachfrage in den USA und der Eurozone beleben. Diese wiederum ist eine der wichtigsten Motoren des Containerhandels. Risikofaktoren für den Welthandel stellen der chinesische Aktienmarkt sowie die Griechenlandkrise dar. Ein fortgesetztes Platzen der chinesischen Aktienmarktblase könnte sich rund um den Globus negativ auswirken. Ein ungeordneter Grexit dürfte ebenfalls Unsicherheit bei einigen Unternehmen auslösen.

HSH Nordbank Welthandelsindex (Kapazität auslaufender Containerschiffe aus acht Welthäfen, Index auf Basis des gleitenden Dreimonatsdurchschnitts, saisonbereinigt)

Grafik HSH Nordbank Welthandelsindex

Quelle: HSH Nordbank, Bloomberg

Funktion und Methode

Der HSH Nordbank Welthandelsindex erfasst die Kapazität der Containerschiffe, die monatlich acht bedeutende Welthäfen verlassen (Shanghai, Singapur, Hongkong, Busan, Dubai, Rotterdam, Hamburg, Los Angeles). Von den monatlich erfassten Daten wird ein 3-Monatsdurchschnitt gebildet und die Daten werden jeweils saisonbereinigt.

Der Containerhandel deckt zwar nur einen Teil des Welthandels ab, so dass die Schiffssegmente Massengutfrachter, Tanker und sonstige Schiffstypen von diesem Index ebenso wenig erfasst werden wie der Transport über Land sowie die Luftfracht. Jedoch zeigt der HSH Welthandelsindex eine relativ hohe Korrelation mit dem umfassenden Welthandel, wie er von dem CPB-Index des Instituts für wirtschaftspolitische Analyse aus den Niederlanden auf monatlicher Basis erfasst wird. Der Vorteil des HSH Nordbank Welthandelsindex ist unter anderem seine Aktualität, da die Daten grundsätzlich taggleich abgerufen werden können, während der CPB-Index seine Daten mit einer Verzögerung von drei Monaten veröffentlicht.
       
HSH Nordbank Welthandelsindex (Kapazität auslaufender Containerschiffe aus acht Welthäfen, Index auf Basis des gleitenden Dreimonatsdurchschnitts) vs. CPB Welthandelsindex (Gesamter Welthandel, auf Monatsbasis, Dreimonatsdurchschnitt)

Grafik HSH Nordbank Welthandelsindex

Container-Umschlag gemessen anhand der Kapazität auslaufender Containerschiffe aus acht Welthäfen, Index auf der Basis des gleitenden Dreimonatsdurchschnitt (Q1 2014 = 100), nicht saisonbereinigt.

Grafik HSH Nordbank Welthandelsindex