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31.07.2015

China und die US-Geldpolitik bestimmen die Entwicklungen an den Renten- und Devisenmärkten.

Shanghai: Die fallenden Aktienkurssre in China bereiten den Anlegern Kopfzerbrechen (Foto: picture alliance / Photoshot)

Die Zinswende rückt näher, aber die langfristigen Renditen bleiben nahezu
unverändert. Als Gründe für diese scheinbar widersprüchliche Entwicklung
sieht Senior Analystin Sintje Boie von der HSH Nordbank mehrere Faktoren
am Werk: Zum einen ist der Renditerückgang der zunehmenden Angst vor einer
Abschwächung der Weltwirtschaft geschuldet. Chinas Wirtschaftsdynamik
scheint sich doch stärker einzutrüben als erwartet, was auch die sinkenden
Rohstoffpreise signalisieren. Dazu kommt die Talfahrt des chinesischen
Aktienmarktes – der Shanghai-Index ist zuletzt innerhalb eines Tages um
8,5 Prozent eingebrochen –, der nicht durch die Stabilisierungsversuche der
Pekinger Administration aufgehalten werden kann und Sorge um die
Finanzmarktstabilität aufkommen lässt. In Bezug auf die US-Notenbank geht
Boie von einer Zinswende im September aus, da die HSH Analysten mit einer
fortgesetzten Konjunkturerholung rechnen.

Für die kommende Woche sollte man vor allem auf die US-Arbeitsmarktdaten
und die ISM-Geschäftsklimaindizes schauen, wie die HSH Nordbank in ihrem
Wochenbarometer ausführt. Sollte der Beschäftigungszuwachs erneut über
200.000 Personen betragen, dann dürfte – so Chefvolkswirt Cyrus de la
Rubia – die Zinserhöhung im September kaum mehr als eine Formalität
darstellen.

Während die langfristigen Renditen auf die Zinssitzung der US-Notenbank
nur wenig reagierten, verlor der Euro kräftig an Wert und rutschte
gegenüber dem US-Dollar unter die Marke von 1,10. In der kommenden Woche
könnten die Daten zum Konsumentenvertrauensindex in der Eurozone die
Gemeinschaftswährung erneut unter Druck bringen, ist im Wochenbarometer
nachzulesen. Griechenland wird vermutlich nur am Rande eine Rolle spielen,
meint de la Rubia, auch wenn die Verhandlungen dort mal wieder sehr
schleppend verlaufen.