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18.06.2015

Die zurückhaltende Fed und die Sorge um den EU-Ausstieg Griechenlands drücken die Zinsen von Bunds und Treasuries. Die stark betroffenen Peripherieländer sind nun wieder einem höheren Risiko ausgesetzt.

Fed-Chefin Janet Yellen bei einer Pressekonferenz.

Fed-Chefin Janet Yellen hielt den hartnäckigen Fragen der Journalisten auf der Pressekonferenz am Mittwoch in Washington, D.C stand. Sie schweigt weiterhin zu den Plänen der Zinswende. (Foto: picture alliance / dpa)

Die vorsichtig agierende Fed und zunehmende Ängste vor dem Grexit und drücken die Renditen von Bunds und Treasuries. Gleichzeitig haben sich die Spreads zwischen den Bunds und den Staatsanleihen der anderen Euro-Staaten ausgeweitet. Besonders betroffen waren die Anleihen der Peripherieländer Irland, Italien, Spanien und Portugal, bei denen die Investoren die Ansteckungsgefahr der griechischen Schuldenkrise als relativ groß ansehen. Die zehnjährigen US-Treasuries, die wie die Bunds als sicherer Hafen stärker nachgefragt wurden, rentieren ebenfalls deutlich niedriger als in der Vorwoche.

Dazu beigetragen hat vor allem auch die Fed, die ihre sehr vorsichtige Geldpolitik unbeirrt fortsetzt. So gab es nach der Sitzung des Offenmarktausschusses (FOMC) nicht die erhoffte verbale Vorbereitung auf eine Leitzinserhöhung noch in diesem Jahr. Vielmehr sehen die Notenbanker die konjunkturelle Erholung der US-Wirtschaft immer noch als fragil an und warten auf bessere Daten. Dennoch gehen die FOMC-Mitglieder mit großer Mehrheit davon aus, dass in diesem Jahr die Zinswende eingeleitet wird. Stefan Gäde, Analyst der HSH Nordbank, rechnet damit nach wie vor im September.

In der Eurozone blieb die Industrieproduktion im April mit einem mageren Plus hinter den hoch gesteckten Erwartungen zurück. Trotz des Tempoverlustes ist Gäde optimistisch und geht im weiteren Jahresverlauf von einer Beschleunigung des Wachstums aus. Das dürften in der kommenden Woche die Einkaufsmanager-Indizes sowie der ifo Geschäftsklimaindex untermauern. Das Hauptthema der Märkte ist und bleibt die griechische Schuldenkrise, für die noch immer keine Lösung in Sicht ist. Deshalb hält Gäde vorerst das Potenzial für steigende Zinsen für beschränkt, sowohl für die Bundesanleihen als auch für die US-Staatsanleihen.

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