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Welthandelsindex 05/15
03.06.2015

Der Welthandel steigt weiter. Die positive Entwicklung ist vor allem durch den niedrigen Ölpreis und einer aufhellenden Weltwirtschaftsperspektive geprägt.

Der Welthandel hat im Mai - gemessen am HSH Nordbank Welthandelsindex - im Vergleich zum Vormonat um ca. 4% zugelegt. Der Anstieg fiel somit um 1% stärker aus als im Mai üblich und ließ den Index saisonbereinigt bereits im fünften Monat in Folge steigen.

Neben dem weiter niedrigen Ölpreis profitierte der Welthandel von einer einsetzenden Aufhellung der weltwirtschaftlichen Perspektiven. So manifestierte sich die zuletzt verbesserte Stimmung in der Eurozone in den BIP-Daten für das ersten Quartal, die mit einem Plus von 0,4% qoq leicht über den Erwartungen lagen. Auch Japans Wirtschaft ist im ersten Quartal mit annualisiert 2,7% qoq überraschend stark gewachsen. In den USA verlief das erste Quartal hingegen sehr enttäuschend, die amerikanische Wirtschaftsleistung sank annualisiert um 0,7% qoq. Einer der Hauptgründe waren die amerikanischen Güterexporte, die nach BIP-Rechnung annualisiert um 14% qoq zurückgingen.

Diese Entwicklung der amerikanischen Güterexporte kann man exemplarisch am – im HSH Nordbank Welthandelsindex - berücksichtigten Hafen von Los Angeles erkennen. Hier brach die Aktivität zu Jahresbeginn, auch bedingt durch den Hafenarbeiterstreik an der Westküste, regelrecht ein. Im Mai war der Hafen nun hingegen einer der Haupttreiber der positiven Entwicklung des Welthandelsindex. Rückpralleffekte sowie die anziehende amerikanische Konjunktur ließen den Index für Los Angeles um mehr als 15% steigen. Auch die mengenmäßig wichtigen asiatischen Häfen Busan und Hong Kong konnten im Mai um fast 5% zulegen und geben Hoffnung auf eine positive Entwicklung des asiatischen Handels. Die beiden europäischen Häfen, Hamburg und Rotterdam konnten vom aufkommenden Konjunkturoptimismus in Europa profitieren und ihren positiven Trend im Jahr 2015 mit einem weiteren Expansionsmonat fortsetzten. In Dubai und Singapur legte der Handel gemessen an der Containerkapazität der Schiffe, die den Hafen verlässt, zwar leicht zu, jedoch fiel dieses Plus jeweils weniger stark aus als im Mai üblich.

HSH Nordbank Welthandelsindex (Kapazität auslaufender Containerschiffe aus acht Welthäfen, Index auf Basis des gleitenden Dreimonatsdurchschnitts, nicht saisonbereinigt)

Grafik Welthandelsindex.

Quelle: HSH Nordbank, Bloomberg

Funktion und Methode

Der HSH Nordbank Welthandelsindex erfasst die Kapazität der Containerschiffe, die monatlich acht bedeutende Welthäfen verlassen (Shanghai, Singapur, Hongkong, Busan, Dubai, Rotterdam, Hamburg, Los Angeles). Von den monatlich erfassten Daten wird ein 3-Monatsdurchschnitt gebildet.

Der Containerhandel deckt zwar nur einen Teil des Welthandels ab, so dass die Schiffssegmente Massengutfrachter, Tanker und sonstige Schiffstypen von diesem Index ebenso wenig erfasst werden wie der Transport über Land sowie die Luftfracht. Jedoch zeigt der HSH Welthandelsindex eine relativ hohe Korrelation mit dem umfassenden Welthandel, wie er von dem CPB-Index des Instituts für wirtschaftspolitische Analyse aus den Niederlanden auf monatlicher Basis erfasst wird. Der Vorteil des HSH Nordbank Welthandelsindex ist unter anderem seine Aktualität, da die Daten grundsätzlich taggleich abgerufen werden können, während der CPB-Index seine Daten mit einer Verzögerung von drei Monaten veröffentlicht.

HSH Nordbank Welthandelsindex (Kapazität auslaufender Containerschiffe aus acht Welthäfen, Index auf Basis des gleitenden Dreimonatsdurchschnitts) vs. CPB Welthandelsindex (Gesamter Welthandel, auf Monatsbasis, Dreimonatsdurchschnitt)

Grafik Welthandelsindex.

Container-Umschlag gemessen anhand der Kapazität auslaufender Containerschiffe aus acht Welthäfen, Index auf der Basis des gleitenden Dreimonatsdurchschnitt (Q1 2014 = 100)

Grafik Welthandelsindex.