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25.06.2015

Griechenland und die US-Notenbank haben in den vergangenen Tagen kräftig Bewegung in die Rentenmärkte gebracht. Wann die Probleme mit Griechenland enden werden, ist aus Sicht von Cyrus de la Rubia, Chefvolkswirt der HSH Nordbank, derzeit alles andere als klar.

Europaflagge auf der „We Stay in Europe“ Demonstration in Athen.

Hoffnung setzen auch die Teilnehmer der „We Stay in Europe“ Bewegung auf den Verbleib Griechenlands in der EU. Sie versammelten sich am 22. Juni zum zweiten Mal auf dem „Platz der Verfassung“ im Zentrum Athens. (Foto: picture alliance / NurPhoto)

In den vergangenen Tagen haben sich vor allem die Renditen der Staatsanleihen südeuropäischer Staaten auffällig verhalten. Sie sind auf der Basis von Hoffnung auf eine Einigung mit Griechenland kräftig zurückgegangen. Die zehnjährigen Bund-Renditen stiegen derweil nur leicht, während die US-Pendants einen deutlicheren Satz nach oben machten. Fed-Mitglied Powell hatte angedeutet, dass nicht nur eine, sondern durchaus zwei Zinserhöhungen in diesem Jahr möglich sind.

Die letzten Tage in der Eurozone gleichen einem Verhandlungsmarathon. Gemäß letzten Meldungen scheint ein Kompromiss zwischen der griechischen Regierung und ihren Gläubigern wieder in weite Ferne gerückt zu sein. Unter anderem wird vom IWF beklagt, dass die Haushaltsziele in erster Linie durch Steuererhöhungen erreicht werden sollen. Aus Sicht von Cyrus de la Rubia, Chefvolkswirt der HSH Nordbank, ist es derzeit alles andere als klar, wie und wann die Probleme mit Griechenland enden werden. Trotz der Griechenland-Spannungen der vergangenen Wochen scheinen die meisten Unternehmen zuversichtlich zu sein, glaubt man den PMI-Indizes für das Verarbeitende Gewerbe. Bemerkenswert ist, dass Frankreichs PMI erstmals seit April 2014 wieder über die Expansionsschwelle von 50 Punkten geklettert ist. Der Ifo-Index hingegen strahlt für Deutschland einen Rückgang des Optimismus aus.

Die nächsten Tage werden von den Griechenland-Verhandlungen geprägt sein. Ein Scheitern würde die Bund-Renditen erneut auf Talfahrt schicken. Ob eine Lösung zu einem Renditesprung verhilft, dürfte von der Qualität und der Nachhaltigkeit der Vereinbarung abhängen. Noch hat de la Rubia Hoffnung und erwartet somit einen Renditeanstieg.