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Welthandelsindex April
07.05.2015

Die Belebung des Welthandels ist vor allem der freundlicheren Konjunkturlage in der Eurozone zu verdanken, die u.a. von den günstigeren Energiepreisen profitiert.

Der Welthandel hat im April - gemessen am HSH Nordbank Welthandelsindex - im Vergleich zum Vormonat um 4% zugelegt. Der Anstieg fiel somit etwas stärker aus als zu der Jahreszeit üblich und ließ den Index saisonbereinigt bereits im vierten Monat in Folge steigen.

Die Impulse kommen vermutlich vor allem vom niedrigen Ölpreis, der weiter stimulierend auf die Weltwirtschaft und den Welthandel wirkt. Dazu hellt sich die konjunkturelle Stimmung in Europa weiter auf. Dies zeigt sich mittlerweile auch in harten Daten wie der Industrieproduktion, die im Februar in der Eurozone saisonbereinigt um 1,1% mom gestiegen ist. Zusätzlich profitieren die Länder der Eurozone – aber auch Japan - auf dem Weltmarkt von ihren zuletzt stark abgewerteten heimischen Währungen und konnten ihre Exporte kräftig steigern.

Im April konnte der Welthandel der sich abkühlenden Konjunkturdynamik in den Vereinigten Staaten und China trotzen. Die amerikanischen Exporte sind nicht zuletzt aufgrund der starken Aufwertung des Dollars im ersten Quartal 2015 gegenüber dem letzten Quartal annualisiert um 7,2% (real) gesunken. Die Nachfrage in den USA bleibt jedoch hoch, die amerikanischen Importe zogen im selben Zeitraum leicht an. Das größere Sorgenkind für den Welthandel bleibt China, dessen Importe und Exporte im März wertmäßig jeweils um über 12% gegenüber dem Vorjahr zurückgingen. Diese regionalen Unterschiede lassen sich bei der Betrachtung der einzelnen Häfen gut erkennen. So sind die Häfen in Los Angeles, Hong Kong und Shanghai die einzigen, bei denen der Container-Umschlag unter dem Niveau von Anfang 2014 liegt. Der Hamburger Hafen konnte im April von den derzeit exportfreudigen deutschen Unternehmen profitieren. Gemessen an der Containerkapazität der Schiffe, die den Hafen verlässt, steht hier auf Monatssicht ein deutliches Plus. Auch die Häfen in Singapur und Dubai konnten auf hohem Niveau weiter zulegen. Während der Hafen in Busan weiter auf Expansionskurs ist, war der Containerumschlag in Rotterdam im April leicht rückläufig.  

HSH Nordbank Welthandelsindex (Kapazität auslaufender Containerschiffe aus acht Welthäfen, Index auf Basis des gleitenden Dreimonatsdurchschnitts, nicht saisonbereinigt)

Grafik Welthandelsindex.

Quelle: HSH Nordbank, Bloomberg

Funktion und Methode

Der HSH Nordbank Welthandelsindex erfasst die Kapazität der Containerschiffe, die monatlich acht bedeutende Welthäfen verlassen (Shanghai, Singapur, Hongkong, Busan, Dubai, Rotterdam, Hamburg, Los Angeles). Von den monatlich erfassten Daten wird ein 3-Monatsdurchschnitt gebildet.

Der Containerhandel deckt zwar nur einen Teil des Welthandels ab, so dass die Schiffssegmente Massengutfrachter, Tanker und sonstige Schiffstypen von diesem Index ebenso wenig erfasst werden wie der Transport über Land sowie die Luftfracht. Jedoch zeigt der HSH Welthandelsindex eine relativ hohe Korrelation mit dem umfassenden Welthandel, wie er von dem CPB-Index des Instituts für wirtschaftspolitische Analyse aus den Niederlanden auf monatlicher Basis erfasst wird. Der Vorteil des HSH Nordbank Welthandelsindex ist unter anderem seine Aktualität, da die Daten grundsätzlich taggleich abgerufen werden können, während der CPB-Index seine Daten dagegen mit einer Verzögerung von drei Monaten veröffentlicht.

HSH Nordbank Welthandelsindex (Kapazität auslaufender Containerschiffe aus acht Welthäfen, Index auf Basis des gleitenden Dreimonatsdurchschnitts) vs. CPB Welthandelsindex (Gesamter Welthandel, auf Monatsbasis, Dreimonatsdurchschnitt)

Grafik Welthandelsindex.

Container-Umschlag gemessen anhand der Kapazität auslaufender Containerschiffe aus acht Welthäfen, Index auf der Basis des gleitenden Dreimonatsdurchschnitt (Q1 2014 = 100)

Grafik Welthandelsindex.