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08.05.2015

Die Anleihekurse in der Eurozone und in den USA sind stark unter Druck geraten. Angesichts der Zuspitzung der Griechenlandkrise sind die Risikoaufschläge für spanische und italienische Anleihen gestiegen.

Boxkampf.

Am kommenden Montag soll sich entscheiden, ob es zu einer Einigung zwischen den EU-Finanzministern kommt oder Griechenland im Showdown ein K.o. kassiert. (Foto: picture alliance / chromorange)

In den letzten Tagen sind die Anleihekurse in der Eurozone massiv unter Druck geraten. Die zehnjährigen Bundesanleihen rentieren mittlerweile wieder bei 0,65 Prozent. Der Zinsanstieg machte auch vor den US-Treasuries nicht halt. Deren Rendite machte einen Satz über die Marke von 2,0 Prozent auf aktuell 2,24. Stefan Gäde, Analyst der HSH Nordbank, geht davon aus, dass der jüngste Zinsanstieg nicht nachhaltig ist und erwartet schon kurzfristig eine Gegenbewegung.

In der Eurozone fokussieren sich die Märkte auf den Showdown bei den Verhandlungen mit dem hochverschuldeten Griechenland. Am nächsten Montag wird es beim Treffen mit den EU-Finanzministern voraussichtlich zu keiner Einigung kommen. Besonders skeptisch ist der Internationale Währungsfonds (IWF). Angesichts der desolaten Haushaltslage und der Reformunwilligkeit der Südeuropäer will der IWF Medienberichten zufolge seinen Anteil an der nächsten Tranche des Hilfspaketes nicht auszahlen und plädiert stattdessen für einen klaren Schuldenschnitt. Etwas in den Hintergrund geraten sind die insgesamt guten Wirtschaftsnachrichten aus der Eurozone. Erstmals seit vier Monaten verzeichnete die Inflationsrate wieder einen Anstieg. Zudem hat die Europäische Kommission ihre Prognose für das Wirtschaftswachstum der Eurozone angehoben. Motor der aktuell guten konjunkturellen Entwicklung ist die Binnennachfrage.

In den USA sind angesichts des schwachen Wirtschaftswachstums im ersten Quartal und der verhaltenen Aussagen der Fed die Spekulationen auf eine Leitzinserhöhung im Juni verflogen. Stattdessen geht der Markt mehrheitlich wie auch Gäde von einem Zinsschritt im September aus. Eine noch weitere Verschiebung hält Gäde angesichts solider ISM-Werte nicht für wahrscheinlich.