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29.05.2015

Griechenland, Spanien und die USA bewegen die Rentenmärkte. In der kommenden Woche erwartet uns vermutlich ein Schwung positiver US-Konjunkturdaten.

Händeschüttelnde Politiker.

Während Tsipras von einer baldigen Einigung spricht, schüttelt Wolfgang Schäuble den Kopf. Deutschland und die EU-Kommission verlangen schnellere Reformbemühungen. (Foto: picture alliance / dpa)

Die Renditen der Bunds haben sich über die gesamte Zinsstruktur im Verlauf der vergangenen Berichtswoche abwärts bewegt. Am langen Ende wurde diese Bewegung von den US-Treasuries nachvollzogen, während die US-Kurzläufer heute höher rentieren als vor einer Woche. Als wichtigsten Einflussfaktoren sind die Griechenland-Spannungen, Spanien sowie die  Einschätzung der US-Notenbankpräsidentin Yellen, dass eine erste Leitzinserhöhung in diesem Jahr angemessen sei, zu nennen.

In Bezug auf Griechenland wird die Gemengelage angesichts einer näher rückenden Zahlungsunfähigkeit immer politischer. So wächst der internationale Druck auf die Euro-Länder, endlich ein Abkommen mit Hellas zu vereinbaren. Auf Seiten der EU-Kommission ist das Interesse an einer Einigung sehr groß und angeblich gibt es dort entsprechende Kompromissvorschläge. Den Staatschefs der Eurozone, allen voran Kanzlerin Merkel, dürften die machtpolitischen Konsequenzen eines Griechenland-Austritts klar sein. Vor diesem Hintergrund ist eine Zwischenlösung bzw. Verlängerung des Abkommens um wenige Monate nicht auszuschließen. In diesem Fall, so berichten einige Medien, könnte die EZB den Kreditrahmen für Geldmarktpapiere erhöhen und den Zinsertrag aus Griechenland-Bonds an Athen überweisen. Die Märkte würden diese kurzfristige Lösung vermutlich mit Erleichterung aufnehmen. Das sollte nach Ansicht von Cyrus de la Rubia, Chefvolkswirt der HSH Nordbank, zunächst einen weiteren Rückgang der Renditen verhindern.