SUCHE

Wochenbarometer
17.04.2015

Renditeabsturz der Euro-Staatsanleihen setzt sich fort. US-Zinsen sinken wegen abnehmender Spekulation auf frühen Zinsschritt.

Felsiger und steiler Berghang.

Die Bundesanleihen befinden sich auf einem unebenmäßigen Abstieg gen Nullpunkt. (Foto: picture alliance)

Der Absturz der Renditen der europäischen Staatsanleihen setzte sich in den letzten Tagen unvermindert fort. Aufgrund der Anleiheankäufe der EZB droht jetzt bei den zehnjährigen Bundesanleihen der Fall unter die Marke von 10 Basispunkten. In den Vereinigten Staaten zeigte der Zinstrend ebenfalls abwärts. Ursache dafür waren allerdings gemischt ausgefallene Wirtschaftsdaten. Die nachlassenden Spekulationen auf eine frühe Leitzinserhöhung drückte die Rendite der zehnjährigen US-Treasuries erneut unter die Marke von 1,90%. Anzeichen für eine mögliche Trendwende sieht Stefan Gäde, Analyst der HSH Nordbank, vorerst weder auf der einen noch auf der anderen Seite des Atlantiks.

EZB-Chef Mario Draghi zeigte sich auf der Pressekonferenz der EZB sehr zufrieden mit seiner Geldpolitik. Angesichts der sinkenden Zinsen habe die Kreditnachfrage in der Eurozone zugelegt. Zudem nehme die Konjunktur etwas mehr Fahrt auf. Darüber hinaus bekräftigte Draghi, dass die Zentralbank bis September 2016 jeden Monat Anleihen im vollen angekündigten Umfang von 60 Mrd. EUR kaufen wird. Damit erteilte er „verfrühten“ Exit-Debatten eine klare Absage. In Griechenland ist die Lage unverändert heikel. Die Notfallkredite der griechischen Zentralbank an die Banken wurden unter Zustimmung der EZB auf 74 Mrd. EUR aufgestockt. Indes werden von Seiten der Euro-Gruppe die kritischen Stimmen immer lauter. So ist es heute wahrscheinlicher denn je, dass Griechenland mangels konkreter Reformpläne die im April vorgesehenen Zahlungen aus dem Hilfspaket verweigert werden. Erfreulich war dagegen die Industrieproduktion der Eurozone. Sie überraschte mit einem kräftigen Plus.