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02.04.2015

Leichter Rückgang der Staatsanleiherenditen in der Eurozone und den USA. Ein Potenzial für steigende Zinsen gibt es vorerst nur am amerikanischen Rentenmarkt.

Personen lassen einen Drachen steigen.

Auch nach dem Orkan Niklas bleibt es windig in Deutschland – dahingegen herrscht verhaltene Stille auf dem Rentenmarkt. (Foto: picture alliance / dpa)

Am Rentenmarkt hat sich trotz des Orkans in Deutschland nur wenig getan. Angesichts gemischt ausgefallener amerikanischer Konjunkturdaten und anhaltend negativer Inflation in der Eurozone setzte sich der verhaltene Anstieg der Renditen weder diesseits noch jenseits des Atlantiks fort. Potenzial für anziehende Zinsen sieht Stefan Gäde, Analyst der HSH Nordbank, vorerst nur in den USA.

In den USA blieb der Einkaufsmanagerindex aus Chicago im März trotz einer leichten Verbesserung deutlich unter den Erwartungen. Die zweite BIP-Revision enttäuschte ebenfalls. Derweil überraschte das Verbrauchervertrauen des Conference Board mit einem hohen Wert. Dennoch hat sich der Konsum im Februar sehr verhalten entwickelt. Auch die Zunahme der Konsumpreise (PCE-Deflator) hielt sich in Grenzen. Alles in allem haben die Befürworter einer späteren Leitzinserhöhung der US-Notenbank etwas Oberwasser bekommen. Das Thema Preisentwicklung steht in der Eurozone dagegen unter anderen Vorzeichen. Die stärkere Teuerung in Deutschland schaffte es nicht, den Gesamtwert für den Währungsraum über die Nulllinie zu hieven. Sie verbesserte sich lediglich von -0,3% auf -0,1%. Indes sorgte Griechenland für neue Schlagzeilen. Zwar hat die Athener Administration die versprochenen Reformvorschläge abgeliefert, aber nur auf Griechisch und offensichtlich unzureichend detailliert. Damit setzt Regierungschef Tsipras das Wohlwollen seiner letzten Befürworter in der Eurozone aufs Spiel. Der Freigabe der dringend benötigten Hilfsgelder ist er damit noch kein Stück näher gekommen. Im Gegenteil: Der eigentlich nicht gewünschte Grexit wird nach Ansicht von Gäde immer wahrscheinlicher.