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Wochenbarometer
30.04.2015

Im Vorfeld der Fed-Sitzung zog die Rendite der US-Treasuries etwas an. Bei den Zinsen der zehnjährigen Bundesanleihe gab es hingegen keine großen Veränderungen.

Start bei einem Sprint.

Die Sitzung der Notenbank Fed machte es spannend: Die Zinsen der US-Treasuries übersprangen zwischenzeitlich sogar die 2-Prozent-Marke. (Foto: picture alliance / ASA)

Die Rentenmärkte in der Eurozone und den Vereinigten Staaten haben sich im Vorfeld der Fed-Sitzung unterschiedlich entwickelt. Während die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe in engen Grenzen seitwärts tendierte, zogen die Zinsen der zehnjährigen US-Treasuries unter Schwankungen etwas an und übersprangen zwischenzeitlich sogar die Marke von 2,0%. An den Märkten wechselte sich dabei die Enttäuschung über schwächere US-Konjunkturdaten mit der Spekulationen ab, wann der „richtige“ Termin der Leitzinserhöhung der Fed sei, entweder im Juni oder im September. In den nächsten Wochen erwarten wir bei den Renditen diesseits und jenseits des Atlantiks keine größeren Veränderungen.

Erneut haben in den USA wichtige Wirtschaftsdaten die Erwartungen nicht erfüllt. Die Auftragseingänge langlebiger Wirtschaftsgüter sind zwar im März gestiegen. Aber das Plus ging fast allein auf das Konto von Großaufträgen aus der Flugzeugindustrie. So stand unter dem Strich – ohne die Berücksichtigung von Transportgütern – sogar ein Minus von 0,2% mom. Darüber hinaus fiel das Verbrauchertrauen des Conference Board überraschend zurück. Die Voraussetzungen für eine Belebung des Wachstums sind aufgrund des gesunkenen Ölpreises, der die Kaufkraft der Konsumenten stärkt, jedoch gut. Stefan Gäde, Analyst der HSH Nordbank, geht davon aus, dass Notenbankchefin Janet Yellen und ihre Kollegen auf der heutigen Sitzung (29.04.) keine Weichenstellung für eine Leitzinserhöhung auf der nächsten Sitzung des Offenmarktausschusses im Juni vornehmen werden. Aus Gädes Sicht ist die Sitzung im September der günstigste Zeitpunkt für den Zinsschritt. Voraussetzung dafür ist unter anderem, dass sich die Stimmung der Unternehmen wieder bessert und der Arbeitsmarkt wieder mehr Fahrt aufnimmt.