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Konjunkturlokomotive Deutschland nimmt Tempo raus

10.04.2015

Während das QE-Programm die europäischen Zinsen in den Keller drückt, sinken zugleich die Schulden in der Eurozone. Die Konjunkturdaten sind zu Beginn des Jahres entsprechend dürftig, nicht zuletzt auch durch Deutschlands Schwächeln.

Alte Dampflokomotive.

Deutschlands Konjunktur: Zweiter Rückgang in Folge beim Auftragseingang in der Industrie. Vor allem das Neugeschäft mit Auslandskunden entwickelt sich schwach. (Foto: picture alliance / blickwinkel)

Das Anleiheankaufprogramm der EZB zeigt Wirkung. In der Eurozone gehen die Zinsen auf breiter Front zurück. Die zehnjährigen Bundesanleihen rentieren mittlerweile nur noch bei 0,16% und auch die anderen Staaten der Eurozone zahlen immer weniger für ihre Schulden. So konnte Spanien erstmals ein sechsmonatiges Geldmarktpapier mit einer negativen Rendite emittieren.

Indes traten die zehnjährigen US-Treasuries auf der Stelle. Einen weiteren Anstieg ihrer Renditen verhinderten die überraschend schwachen Arbeitsmarktdaten. Somit wurde den Befürwortern einer frühen Leitzinsanhebung etwas Wind aus den Segeln genommen. Dennoch sind die Aussichten für die US-Wirtschaft weiterhin gut.

Auch in der Eurozone gab es überraschend schlechte Konjunkturdaten. Ausgerechnet die Konjunkturlokomotive Deutschland verlangsamte ihr Tempo. Der Auftragseingang enttäuschte zum zweiten Mal in Folge. Damit wird deutlich, dass der Schwung des vierten Quartals zu Jahresbeginn etwas nachgelassen hat. Dennoch kann für die deutsche Wirtschaft im ersten Quartal unter dem Strich mit einem deutlichen Plus gerechnet werden. Weniger erfreulich sieht es dagegen in Frankreich und Italien aus. Beide Länder senkten ihre offiziellen Wachstumsprognosen für das laufende Jahr. Entwarnung gibt es vorerst aus Griechenland. Der Kredit an den IWF wurde zurückgezahlt. Es fehlt aber immer noch das Reformprogramm der griechischen Regierung.

Am kommenden Mittwoch dürfte die EZB weiter Entschlossenheit zeigen, das QE-Programm wie geplant fortzuführen. Dafür sollte am Freitag (17.04.) der Verbraucherpreisindex der Eurozone sprechen, der sich nach Meinung von Stefan Gäde, Analyst der HSH Nordbank, erst langsam der Marke von Null annähern wird. Aus diesem Grund rechnet Gäde damit, dass der Druck auf die Staatsanleiherenditen in der Eurozone anhält.

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