SUCHE

24.04.2015

Die seit Monaten anhaltende Talfahrt hat ein Ende: Gewinnmitnahmen auf den Anleihemärkten lassen die Zinsen wieder steigen. Die Erholung der zehnjährigen Bundrenditen vom neuen Tiefstand sieht Stefan Gäde, Analyst der HSH Nordbank, nicht als nachhaltig an.

Bergsteiger vor einem Berpanorama.

Die Renditen der zehnjährigen Bundesanleihen machten nur knapp über der Nulllinie kehrt und steigen nun bergauf. (Foto: picture alliance / Arco Images GmbH)

Gewinnmitnahmen bestimmten in den vergangenen Tagen das Geschehen an den Rentenmärkten. Dabei zogen sowohl in der Eurozone als auch in den USA die Staatsanleiherenditen wieder an. Ausgegangen war der jüngste Zinsanstieg von den britischen Staatsanleihen, die auf überraschende Aussagen der Bank of England reagierten, dass die Inflation schneller anziehen könnte als bisher erwartet. Die US-Treasuries profitierten zusätzlich von guten Wirtschaftsdaten. Stefan Gäde, Analyst der HSH Nordbank, hält diese Entwicklung nicht für nachhaltig und sieht vorerst in den USA nur geringes, in der Eurozone kein Potenzial für steigende Zinsen. Indes sind die Auswirkungen der von dem QE-Programm der EZB verursachten Liquiditätsschwemme immer deutlicher. Auf dem Geldmarkt rutschte der Zinssatz des 3-Monats-Euribors zum ersten Mal in den negativen Bereich ab.

Erfreuliche Neuigkeiten lieferte die Dauerbaustelle Griechenland. Nach letzten Informationen sollen die Gespräche mit den internationalen Geldgebern endlich vorankommen sein. Die größte Unsicherheit ist momentan, dass keiner einschließlich der griechischen Regierung weiß, über welche finanziellen Reserven das Krisenland verfügt. Eine große Enttäuschung waren die Einkaufsmanagerindizes (PMI) der Eurozone. Alle Werte für das Verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor von Deutschland, Frankreich und der Eurozone waren rückläufig und lagen unter den Erwartungen.