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13.03.2015

Staatsanleihekäufe der EZB drücken die Zinsen in der Eurozone auf neue Tiefststände. Die Spekulationen über eine Leitzinserhöhung in den USA bewahrheiten sich vermutlich – was sich zusätzlich negativ auf den Eurokurs auswirken wird.

Flugzeug im Sturzflug.

Nachdem sich der Eurokurs auf Sinkflug befand und am Donnerstag (12.03.) auf einem Zwölfjahrestief landete, bremsten schwache Konjunkturdaten aus den USA den Sturz wieder aus. (Foto: picture alliance / photoshot)

An den internationalen Rentenmärkten zeigten die ersten Ankäufe von Staatsanleihen durch die EZB durchschlagende Wirkung. Die gesamte deutsche Zinskurve bewegte sich sichtbar nach unten. Mittlerweile weisen die Bundestitel bis zu einer Laufzeit von sieben Jahren eine negative Rendite auf. Angesichts der niedrigeren Zinsen in Europa haben viele Investoren verstärkt bei den US-Treasuries zugegriffen. Deshalb rentierten letztere ebenfalls niedriger als in der Vorwoche. Stefan Gäde, Analyst der HSH Nordbank, geht davon aus, dass sich dieser Trend vorerst fortsetzen wird.

In den USA waren die guten Arbeitsmarktdaten eine Steilvorlage für die Befürworter einer strafferen Geldpolitik. Der Rückgang der Arbeitslosenquote um 0,2 Prozentpunkte auf 5,5% führte an die von der Fed gesetzten Vollbeschäftigungsgrenze. Infolgedessen nehmen am Markt die Spekulationen über ein Vorziehen der Leitzinserhöhung zu und könnten in der nächsten Woche noch weitere Nahrung erhalten. Zunächst dürften gute Konjunkturzahlen den konjunkturellen Aufschwung untermauern. Der mit Spannung erwartete Höhepunkt ist dann die Sitzung des Offenmarktausschusses. Auf dieser könnten Notenbankchefin Janet Yellen und ihre Kollegen die Weichen für die erste Anhebung des Leitzinses seit 2008 stellen. Gäde rechnet mit diesem Schritt nach der Sommerpause im dritten Quartal.