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06.03.2015

EZB-Chef Mario Draghi gibt Startschuss für Quantitative Easing (QE). Kurzfristige Erholung der Renditen von Bundesanleihen und US-Staatspapieren dürfte auslaufen. Vorerst ist mit leicht sinkenden Zinsen zu rechnen.

Mario Draghi auf einer Pressekonferenz in Nikosia.

Kurz vor Beginn der Anleihekäufe am kommenden Montag präsentierte EZB-Präsident Mario Draghi Wachstums- und Inflationsprognosen auf einer Pressekonferenz in Nikosia. (Foto: picture alliance / dpa)

Jetzt geht’s los. Am 9. März beginnt die EZB mit dem Ankauf von Staatsanleihen. Im Vorfeld erholte sich die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe von ihrem Tiefststand der Vorwoche und die Zinsentwicklung in den USA war ebenfalls aufwärts gerichtet. Dabei gab es seitens der Konjunktur keinen Anlass, auf eine baldige Straffung der Fed-Geldpolitik zu setzen. Das Wachstum des BIP des vierten Quartals wurde etwas nach unten revidiert und ein weiterer Dämpfer kam von ISM-Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe. Dennoch attestiert der Konjunkturbericht der amerikanischen Notenbankbezirke der US-Wirtschaft ein robustes Wachstum, das sich auch in den Arbeitsmarktdaten des Februars widerspiegeln sollte.

Im Gegensatz dazu steht die Notenbankpolitik in der Eurozone unter ganz anderen Vorzeichen. Im Nachgang zum Zinsentscheid der EZB ‑ es gab keine Veränderungen ‑ zeigte sich deren Chef Mario Draghi erfreut über die deutlich verbesserten Konjunkturperspektiven der Eurozone. In den kommenden Tagen werden nach Ansicht von Stefan Gäde, Analyst der HSH Nordbank, die Januarwerte der Industrieproduktion für Deutschland, Frankreich, Italien und der gesamten Eurozone zeigen, dass im ersten Quartal 2015 tatsächlich die Weichen auf beschleunigtes Wachstum gestellt worden sind. Dennoch dürften, so Gäde, die Bundrenditen angesichts des großvolumigen QE-Programms der EZB vorerst etwas zurückgehen. Zudem sollte dadurch kurzfristig der Aufwärtstrend der Zinsen der US-Treasuries gebremst werden.