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Wochenbarometer
20.03.2015

Fed nimmt übermäßiger Zinsphantasie den Wind aus den Segeln. Staatsanleihe-Renditen setzen Talfahrt fort. Aussichten auf höhere Zinsen schwinden durch Staatsanleihekäufe der EZB.

Segelboot auf einem See.

Die Fed nimmt die Fahrt behutsam auf. Eine Zinserhöhung wird es frühestens im Juni geben. (Foto: picture alliance / Robert Harding)

An den Rentenmärkten bremste die Fed vorerst die Zinsphantasie. Die Rendite der zehnjährigen US-Treasuries setzten deshalb ihre verstärkte Talfahrt fort. Ebenso erging es ihren Pendants aus der Eurozone. Die leichte Erholung der Renditen fand ein jähes Ende. Das Potenzial für höhere Zinsen bleibt nach Ansicht von Stefan Gäde, Analyst der HSH Nordbank, vor allem wegen der Anleiheankäufe der EZB begrenzt.

Die erste Leitzinserhöhung der Fed seit 2006 rückt näher. Die Notenbanker haben ihre Forward Guidance angepasst und machen die Normalisierung der Geldpolitik frühestens ab Juni von der Entwicklung von Arbeitsmarkt und Inflation abhängig. Die größte Überraschung war, dass die Janet Yellen & Co. ihre Projektionen für den weiteren Leitzinspfad deutlich nach unten korrigiert haben. Damit tragen sie verringerten Wachstums- und Inflationserwartungen Rechnung. So fielen die jüngsten Konjunkturdaten nicht überzeugend aus und deuten auf eine vorübergehende Wachstumsdelle hin. Gäde rechnet mit dem Zinsschritt nach wie vor im dritten Quartal.

Indes nimmt die griechische Tragödie ihren Fortgang. Obwohl das hochverschuldete Land dringend auf eine Geldspritze angewiesen ist, hat die griechische Administration die Trokia brüskiert. Statt Reformen wurden ohne Rücksprache neue Ausgaben beschlossen. Damit spitzt sich die Krise zu, ohne dass über neue Reformvorhaben und eine solide Finanzplanung, die notwendigen Voraussetzungen für weitere Zahlungen, gesprochen wurde. Vor diesem Hintergrund spielte der ZEW-Indikator, der die Konjunkturerwartungen für Deutschland widerspiegelt, keine große Rolle. Er kletterte auf den höchsten Stand seit über einem Jahr.