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Pressefokus
24.03.2015

Mittelständler sind zunehmend das Ziel digitaler Ausspähangriffe. Doch die meisten Unternehmen glauben, dagegen gut gewappnet zu sein und unterschätzen diese Gefahr.

Leuchtende Tastatur.

Digitaler Datenklau und Schadsoftware: Sicherheitslücken machen deutsche Mittelständler verwundbar für Hacker-Angriffe. (Foto: picture alliance / dpa Themendienst)

Deutsche Mittelständler gelten als Nachzügler der Industrie 4.0, da sie ungern Geschäftsgeheimnisse in digitalisierter Form außer Haus zu geben. Zu Recht, denn kleine und mittelgroße Firmen stehen im Zentrum digitaler Wirtschaftsspionage – Vorsicht ist demnach dringend geboten. Ein Drittel der Cyberattacken in Deutschland richten sich gegen Unternehmen mit bis zu 250 Mitarbeitern, schreibt das Hamburger Abendblatt und beruft sich dabei auf eine Studie des IT-Sicherheitsspezialisten Symantec.

„Deutsche Unternehmen sind zwar für das Thema IT-Sicherheit immer mehr sensibilisiert, aber gerade kleinen und mittleren Unternehmen fehlen die notwendigen Sicherheitsstrukturen“, zitiert die Tageszeitung Udo Ungeheuer, den Präsidenten des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI). Er äußerte sich auf der IT-Messe CeBIT, deren Leitthema dieses Jahr Datensicherheit war.

Ende 2014 seien alles in allem etwa 6.500 Sicherheitslücken in diversen Firmensoftwareprogrammen bekannt geworden, berichtet das Blatt und zitiert Jadran Mesic, der beim Verfassungsschutz für Cyberattacken zuständig ist: „Fremde Nachrichtendienste betreiben nach wie vor einen hohen Aufwand, um unser Land auszuspionieren“, sagt der Experte.

Leichtfertige IT-Verantwortliche

Der Schaden durch Hackerangriffe und Industriespionage beläuft sich in Deutschland mittlere auf einen zweistelligen Milliardenbetrag – etwa 1,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Fatalerweise fühlt sich der Mittelstand besser abgeschirmt, als er eigentlich ist. „Die Unternehmen fühlen sich gut gerüstet und glauben, dass die Auswirkungen eines Angriffs gering sind“, sagte Veit Siegenheim, Experte für Cybersecurity des IT-Spezialisten Cap Gemini dem Handelsblatt. Das liege auch daran, dass bisher kaum prominente Fälle von Spionage aus mittelständischen Unternehmen veröffentlicht worden seien.

Oft vergingen zwischen dem Bekanntwerden einer Sicherheitslücke und ersten Maßnahmen dagegen jedoch zwischen drei und sechs Monate. In dieser Zeit hätten es Angreifer nur zu leicht, schreibt die Tageszeitung und beruft sich auf eine Umfrage des Unternehmens Cisco Systems, das sich auf Rechnernetze und Telekommunikation spezialisiert hat. Danach halten 90 Prozent der Sicherheitsverantwortlichen ihre Schutzwälle gegen Cyberangriffe für ausreichend stabil. Paradoxerweise gaben parallel aber nur 60 Prozent der Befragten an, ihre Abwehrsysteme wirklich regelmäßig zu aktualisieren. Und sogar nur zehn Prozent sagten, sie hätten jeweils die neueste Version des Microsoft Explorers auf Firmenrechnern installiert. Der Internetbrowser aber ist einer der beliebtesten Einfallstore für Hacker.

Methode

Für den Pressefokus „Mittelstand“ wertet Unternehmer Positionen Nord regelmäßig meinungsbildende Zeitungen, Fachzeitschriften und Onlineportale mit Wirtschaftshintergrund sowie norddeutsche Regionalzeitungen aus. Auf einen Blick erhalten Sie damit eine Auswahl fundierter Expertenmeinungen und konträrer Einschätzungen in der aktuellen Berichterstattung. Dabei werden mittel- bis langfristige Trends herausgearbeitet, die Schlüsse auf die zukünftige Entwicklung im deutschen Mittelstand zulassen. Besonders berücksichtigt werden Zitate von Experten aus Banken und Unternehmen.

Im vorliegenden Pressefokus für den Monat März (beobachteter Zeitraum: 6. bis 20. März 2015) wurden Artikel aus folgenden Quellen ausgewertet: Hamburger Abendblatt und Handelsblatt.

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