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Rententrends
18.02.2015

Griechenland läuft die Zeit davon: Bis Freitag müssen sie einer Verlängerung des Hilfsprogramms zustimmen. Ohne eine Einigung mit den Euro-Ländern droht Griechenland der Staatsbankrott. Neben dem EZB-Anleihekauf drückt der Grexit die Renditen für Bundesanleihen auf neue Tiefststände. Derweil entwickeln sich die Treasury-Renditen in den USA unverändert positiv.

griechische Euromünze

Ein glücklicher Ausgang der Verhandlungen mit Griechenland wird zunehmend unrealistisch. Das beschäftigt die Märkte in der Eurozone. (Foto: picture alliance / dpa)

USA: Langfristige Treasury-Renditen mit Sprung nach oben

Das Konjunkturbild hat sich in den USA in den vergangenen Wochen nicht grundlegend geändert, sondern bleibt positiv. Die Wachstumsverlangsamung im vierten Quartal war erwartet worden und die Daten für das laufende Quartal wie etwa der Arbeitsmarktbericht deuten eine solide BIP-Entwicklung an, gestützt von einem niedrigen Ölpreis. Letzterer ist zwar zuletzt wieder gestiegen, entlastet aber mit einem Wert von rund 53 USD/Barrel (WTI) weiterhin die privaten Haushalte und die meisten Unternehmen. Es gibt Spekulationen, die US-Notenbank könne bereits im Frühjahr handeln und den Leitzins anheben. Da die Inflation sich wieder von der Zielmarke entfernt hat und die Märkte Anzeichen hoher Nervosität und Volatilität zeigen, rechnet Cyrus de la Rubia, Chefvolkswirt der HSH Nordbank, wie bisher mit einer Leitzinserhöhung erst im dritten Quartal. In diesem Umfeld haben die langfristigen US-Renditen einen Sprung nach oben gemacht, zumal sich einige Investoren Hoffnungen auf die Lösung globaler Probleme wie die Griechenlandkrise und den Ukraine-Russland-Konflikt gemacht haben und das Wirtschaftswachstum in der Eurozone etwas robuster geworden ist. Die zehnjährigen US-Treasury-Renditen (16.1.2015: 2,05%) sollten per Jahresende bei 2,45% liegen.

Eurozone: EZB beschließt Ankauf von Staatsanleihen

Die EZB hat am 22. Januar eine historische Entscheidung getroffen und ihr Anleiheankaufprogramm auf Euro-Staatsanleihen erweitert. Sie hat angekündigt, ab März monatlich insgesamt Anleihen im Volumen von 60 Mrd. Euro ankaufen zu wollen. Dies soll mindestens bis September 2016 laufen, sodass sich das Programm auf 1.140 Mrd. Euro summieren würde. Der Beschluss hat die Renditen der Bundesanleihen auf neue Tiefststände getrieben; auch weitere Renditerückgänge sind nach Ansicht von Sintje Boie, Analystin der HSH Nordbank, nicht auszuschließen. Darüber hinaus beschäftigen die Verhandlungen zwischen den Euro-Ländern und Griechenland die Märkte. Auch wenn die Zeit zunehmend drängt, zeichnet sich noch keine Einigung ab. Griechenland lehnt bislang eine Verlängerung des Hilfsprogrammes, das an Spar- und Reformmaßnahmen geknüpft ist, ab, doch weitere Finanzhilfen ohne Gegenleistungen wird es wohl nicht geben.