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Wochenbarometer
20.02.2015

Die sich zuspitzende griechische Finanzkrise, für die eine schnelle Entscheidung her muss, lässt vorerst keinen Spielraum für steigende Staatsanleiherenditen zu. Auch vorsichtige US-Notenbanker und risikoscheue Investoren tragen nicht dazu bei.

Giannis Varoufakis

Druck lastet auf ihn: Finanzminister Giannis Varoufakis trifft heute auf seine Kollegen der Eurozone. Für die Verhandlungen bleibt nicht mehr viel Zeit, denn in einer Woche läuft das Rettungspaket der Griechen aus. (Foto: picture alliance / dpa)

Der Zinsauftrieb an den internationalen Rentenmärkten hielt sich in den vergangenen Tagen in Grenzen. In den USA dämpften die Fed und die jüngsten Konjunkturdaten den Anstieg der Rendite der zehnjährigen Treasuries. In der Eurozone belastet die griechische Finanzkrise. Sie drängt die Anleger nach wie vor in sichere Häfen. So legte die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihen trotz insgesamt guter Konjunkturdaten aus der Eurozone (siehe zweite Seite im PDF) geringfügig zu. Im Mittelpunkt des Geschehens stehen die Verhandlungen zwischen der griechischen Regierung und den Euro-Partnern. Schien es nach dem Wochenende noch so, als ob es angesichts der fortgesetzten Provokationen von der griechischen Seite keine Einigung geben sollte, liegt nun doch ein Antrag der Griechen vor. Es geht allerdings nur um die Verlängerung der Kredite um sechs Monate, nicht aber um den aus Sicht der Euro-Gruppe dafür notwenigen Rahmen mit harten Gegenleistungen. Das Bundesfinanzministerium lehnte den Antrag in einer ersten Stellungnahme ab. Die Zeit drängt immer mehr. Es bleibt kaum mehr als eine Woche zur Verlängerung des am 28.02. auslaufenden Rettungspaketes. Indes steigt der Druck auf die griechischen Banken, die momentan nur aufgrund der Versorgung mit Notfallkrediten von der EZB vor der Schließung bewahrt werden. Der Trend, dass die griechische Bevölkerung ihre Gelder in Sicherheit bringt, dürfte anhalten und die Abhängigkeit der Banken von der EZB nur noch erhöhen. Vor diesem Hintergrund sieht Stefan Gäde, Analyst der HSH Nordbank, keinen Spielraum für steigende Bund-Renditen.