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16.01.2015

Der Sturm auf sichere Vermögenswerte setzt sich fort, befeuert von einem fallenden Ölpreis und klare Hinweise auf ein baldiges Staatsanleihenkaufprogramm der EZB.

Stürmisches Meer.

Verbraucher freuen sich über den Absturz des Ölpreises. Doch für einige Staaten bedeuten die Turbulenzen Verluste in Milliardenhöhe. (Foto: picture alliance / dpa)

Es fühlt sich an wie ein Sturm, ein Sturm auf vermeintlich sichere Vermögenswerte, meint Cyrus de la Rubia, Chefvolkswirt der HSH Nordbank. Im Vorfeld der nächsten Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB), bei der mittlerweile die meisten Beobachter eine konkrete Ankündigung eines Staatsanleiheankaufprogramms (QE) erwarten, ist ein besonders hohes Kaufinteresse für Staatstitel festzustellen. Entsprechend ist die Bundrendite für zehnjährige Anleihen erneut um einige Basispunkte auf 0,44% gefallen, während französische, italienische und spanische Bondrenditen noch stärker nachgaben. Genährt wurde diese Nachfrage in erster Linie durch den Ölpreis, der in den letzten Tagen wie ein Stein gefallen ist und auf diese Weise die Erwartung weiter sinkender Konsumentenpreise erhöht hat. Viele Anleger fühlten sich durch den Bericht der Weltbank bestätigt, in dem diese sinngemäß auf das Risiko einer säkularen Stagnation in der Eurozone hinweist. Der österreichische Zentralbankchef Ewald Nowotny sowie EZB-Direktor Benoit Coeur scheinen gemäß ihren jüngsten Äußerungen ein QE-Programm zu befürworten. Von der Stellungnahme des Generalanwalts des Europäischen Gerichtshofs zum bedingten Anleiheankaufprogramm OMT ist erwartungsgemäß kein Sperrfeuer gekommen. Allerdings ist in Bezug auf das QE-Programm offensichtlich immer noch unklar, nach welchem Schlüssel die Anleihen gekauft werden sollen. Der naheliegendste Ansatz ist, Schuldtitel gemäß dem Kapitalschlüssel der EZB zu kaufen. In diesem Fall würden 26% der Ankäufe auf deutsche und 17% auf italienische Titel entfallen.