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Wochenbarometer
30.01.2015

Die Beschlüsse der EZB, die Entwicklung in Griechenland und die abwartende Haltung der US-Notenbank schickten die Renditen von Bundesanleihen und US-Treasuries noch tiefer in den Keller.

Alexis Tsipras am Rednerpult.

Für Griechenland wird es ein kostspieliges Jahr: Alleine 2015 stehen Fälligkeiten von rund 26 Milliarden Euro an. Doch Alexis Tsipras, neuer griechischer Ministerpräsident, hält an teuren Versprechen fest. (Foto: picture alliance / dpa)

Die Renditen der Staatsanleihen diesseits und jenseits des Atlantiks kennen momentan nur eine Richtung: abwärts. Kaum war der Beschluss der EZB, Staatsanleihen anzukaufen, verarbeitet, ging es mit dem Thema Griechenland weiter. Nicht zuletzt treibt auch die wiederaufflammende Krise in der Ukraine die Anleger in die sicheren Häfen. So liegen die Renditen der zehnjährigen Bundesanleihen auf einem erneuten Rekordtief und die zehnjährigen US-Treasuries rentieren weit unter den Höchstständen des Vormonats. Stefan Gäde, Analyst der HSH Nordbank, sieht momentan kaum Spielraum für eine Umkehr dieses Trends.

Das liegt nicht zuletzt an der Entwicklung in Griechenland. Der neuen Regierung wird wenig Konstruktives zugetraut. Dabei stehen allein in diesem Jahr Fälligkeiten von rund 26 Milliarden Euro an, davon etwa jeweils 8 Milliarden Euro an den IWF und an die EZB. Die Zweifel an der Zahlungsfähigkeit des Landes nehmen zu, insbesondere bei den Ratingagenturen. Indes gab es durchaus positive Konjunkturmeldungen aus der Eurozone. Nach der leichten Verbesserung der Einkaufsmanagerindizes für die gesamte Eurozone konnte auch der ifo Geschäftsklimaindex überzeugen. Er stieg zum dritten Mal in Folge und spricht, so Gäde, dafür, dass die deutsche Wirtschaft mehr Fahrt aufnimmt.

In den USA gibt die niedrige Inflationsratsrate der Fed Spielraum, sich mit der ersten Erhöhung der Leitzinsen seit 2006 noch etwas Zeit zu lassen. Die Konjunktur befindet sich nach Ansicht der Notenbanker auf einem soliden Wachstumskurs. Die Fed will „geduldig“ bleiben und wird Gädes Meinung nach den Zinsschritt erst in der zweiten Jahreshälfte beschließen. Währenddessen konnten nicht alle Wirtschaftsdaten überzeugen. Enttäuschend waren die Auftragseingänge für langlebige Wirtschaftsgüter. Trotzdem ist der Optimismus der Konsumenten ungebrochen. Der Index des Verbrauchervertrauens des Conference Board kletterte auf den höchsten Wert seit dem Sommer 2007.