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Wochenbarometer
09.01.2015

Der Rückgang der Staatsanleiherenditen setzt sich fort. Zeitweilig sank die Verzinsung fünfjähriger Bundespapiere sogar in den negativen Bereich. Das Erholungspotenzial der Renditen wird vorerst von den Deflationsängsten beschränkt.

Skispringer kur vor dem Absprung.

Bundesanleihen: Renditen befinden sich zum Jahresbeginn auf rasanter Talfahrt. (Foto: picture alliance / dpa)

Die Spekulation auf die baldige Bekanntgabe des Ankaufs von Staatsanleihen durch die Europäische Zentralbank (EZB) und Deflationsängste haben den Rückgang der Staatsanleiherenditen in den letzten Tagen beschleunigt. Dazu beigetragen hat außerdem die anhaltende Diskussion um den Verbleib Griechenlands in der Eurozone. Stefan Gäde, Analyst der HSH Nordbank, geht nicht davon aus, dass es vor der nächsten EZB-Sitzung zu einer nachhaltigen Erholung der Renditen kommen wird.

Gleich zu Beginn des Jahres nahm EZB-Chef Mario Draghi das Heft in die Hand und zeichnete die Richtung des künftigen Kurses der EZB vor. Er warnte nachdrücklich vor den Deflationsrisiken und betonte die Entschlossenheit der EZB, geeignete Maßnahmen zu ergreifen. Für die Marktteilnehmer war dies ein klares Signal. Es scheint als sei die EZB mit ihren Vorbereitungen zum Staatsanleiheankaufprogramm so weit vorangeschritten, dass sie schon am 22. Januar ihre Maßnahmen vorstellen könnte. Mittlerweile hat sich der Druck auf die EZB sogar noch erhöht, denn die Inflationsdaten der Eurozone haben die schlimmsten Erwartungen übertroffen. Sorgen bereitet auch Griechenland. Gäde hält diese jedoch für überzogen, vor allem in Hinblick auf die Diskussion über den Grexit.

Mittlerweile ist die Debatte über rückläufige Inflationsraten in den USA angekommen. Einige Notenbanker machen sich Sorgen über die träge Entwicklung der Teuerung. Deshalb setzen die Märkte verstärkt auf eine spätere Leitzinserhöhung der Fed. Indes sprechen die jüngsten Konjunkturdaten, so Gäde, trotz der leichten Abschwächung der ISM-Indizes für eine Fortsetzung des dynamischen Wirtschaftswachstums.