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05.12.2014

Die Staatsanleiherenditen in Europa und in den USA haben sich zuletzt erholt. Angesichts fehlender Impulse von der Europäischen Zentralbank wird sich dieser Trend fortsetzen.

Historischer Pfandbrief: Die aktuellen Renditen an den Rentenmärkten liegen auf historisch niedrigen Niveaus. (Foto: Fotolia/B. Wylezich)

In den vergangenen Tagen bestimmten Gewinnmitnahmen die Kurse an den internationalen Rentenmärkten. Daher erholten sich die Renditen beiderseits des Atlantiks ein wenig. Da von der Europäischen Zentralbank (EZB) keine neuen Impulse kamen, sieht Cyrus de la Rubia, Chefvolkswirt der HSH Nordbank, in den nächsten Tagen eine Fortsetzung des leichten Aufwärtstrends der Renditen.

Die Konjunkturaussichten in der Eurozone bleiben trübe. Das bestätigten die endgültigen November-Werte der Einkaufsmanagerindizes für das Verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor für die Eurozone. Infolgedessen ist eine Wachstumsverlangsamung im vierten Quartal wahrscheinlich. Das dürften nächste Woche die Daten zur Industrieproduktion von Deutschland, Frankreich, Italien und der gesamten Eurozone untermauern. Sorgen bereitet der EZB außerdem die Inflationsrate, die im November nur noch bei 0,3 Prozent lag. Die letzte EZB-Sitzung des Jahres brachte keine Neuigkeiten. Die Notenbanker wollen abwarten, wie sich ihre zuletzt beschlossenen Maßnahmen und der gesunkene Ölpreis auf Inflation und Wachstum auswirken. Auffällig ist momentan insbesondere das großvolumige Engagement der EZB am Covered Bond-Markt, wo sie den Markt nach Meinung von de la Rubia verzerrt. EZB-Präsident Draghi betonte nochmals die Bereitschaft der Notenbank, bei Bedarf kurzfristig weitere unkonventionelle Maßnahmen zu ergreifen, um die Inflationsrate in Richtung der Zielgröße von 2,0 Prozent zu treiben.