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Wochenbarometer
19.12.2014

Für ölexportierende Schwellenländer wie Venezuela oder Nigeria beginnt das neue Jahr düster. Die Situation auf den Finanzmärkten droht die Länder in die Pleite zu treiben.

Ölplattform, Caracas: Venezuela ist auf Erdöl angewiesen. Nicht nur, dass dem Land der sinkende Ölpreis zu schaffen macht, auch stimmt das Verhältnis zwischen den Reserven und der Erdölförderung nicht. (Foto: picture alliance / dpa)

Der niedrige Ölpreis, der erstarkende Dollar und die sich abzeichnende Zinswende in den USA sind nach Ansicht von Cyrus de la Rubia, Chefvolkswirt der HSH Nordbank, ein toxisches Gemisch für ölexportierende Schwellenländer wie Venezuela und Nigeria. Die dramatische Abwertung des Rubels habe zudem die Angst der Investoren geschürt und sie in die sicheren Häfen der Staatsanleihen getrieben. Für Gesprächsstoff sorgte außerdem noch die US-Notenbank mit ihrer vorsichtigen Einstimmung auf eine Zinswende, ist im Wochenbarometer nachzulesen.  Als bemerkenswert wird auch die Entscheidung der schweizerischen Notenbank  (SNB) angesehen, einen negativen Einlagenzinssatz für Finanzinstitute  einzuführen, um den Franken vor einer Aufwertung zu schützen. Senior  Analystin Sintje Boie interpretiert diese Maßnahme als Zeichen dafür, wie ernst die SNB den Mindestkurs nimmt und mit welcher Konsequenz sie die Marke von 1,20 Franken/Euro zu verteidigen bereit ist.

Die Volkswirte der HSH Nordbank verweisen im Übrigen noch auf ein wichtiges Risiko für die Märkte, nämlich den drohenden Neuwahlen in Griechenland. Spätestens am 29.12. werde sich entscheiden, ob es in dem südeuropäischen Land zu vorgezogenen allgemeinen Wahlen kommt. Dies wäre dann Fall, wenn die Präsidentenwahl im Parlament scheitert. Falls es zu diesem Ergebnis kommt, so die Ökonomen, sei ein unruhiger Jahresstart zu erwarten.