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17.12.2014

Das Jahr 2015 wird in den USA voraussichtlich von einer robusten Konjunktur, der Zinswende, politischem Stillstand und sehr volatilen Finanzmärkten geprägt sein. In der Euro-Zone dürften die EZB Staatsanleihekäufe beschließen und damit den Rentenmarkt weiter beflügeln.

Entwicklung des Ölpreises, Geldpolitik von Mario Draghi, Konjunkturaufschwung in den USA, Wechselkurs Euro/US Dollar (Foto: picture alliance / dpa / blickwinkel)

USA: Zinswende, Aufschwung, fallender Ölpreis und Nervosität

Das Jahr 2015 wird in den USA voraussichtlich von einer robusten Konjunktur, der Zinswende, politischem Stillstand und sehr volatilen Finanzmärkten geprägt sein. Die wirtschaftliche Dynamik dürfte auf das Momentum der zweiten Jahreshälfte 2014 aufsetzen und darüber hinaus von dem niedrigen Ölpreis profitieren. Cyrus de la Rubia, Chefvolkswirt der HSH Nordbank, rechnet mit einem breit angelegten Aufschwung, bei dem die Bäume allerdings nicht in den Himmel wachsen werden. Die Inflation wird in diesem Umfeld zwar anziehen, aber aufgrund des zunächst sogar noch fallenden Ölpreises nur gedämpft steigen. Die US-Notenbank sollte im kommenden Jahr zögerlich an der Zinsschraube drehen. Trotz dieser langsamen Vorgehensweise werden die Finanzmärkte im kommenden Jahr vermutlich zunehmend nervös auf die geldpolitische Wende reagieren und im Risikoszenario kann dieses Manöver sogar zum Platzen von Blasen führen. Im Gegensatz zum freundlichen Wachstumsumfeld dürfte es nach Ansicht von de la Rubia politisch kaum vorwärts gehen, da das Verhältnis zwischen dem demokratischen Präsidenten und dem republikanischen Kongress für größere Reformprojekte keinen Spielraum zu lassen scheint.

Eurozone: Wachstumsdelle, niedrige Inflationsraten, Staatsanleihekäufe der EZB und ein immer schwächerer Euro

Mit der Konjunkturschwäche sowie den niedrigen Inflationsraten, die durch den sinkenden Ölpreis zusätzlich gedrückt werden, dürften Staatsanleiheankäufe in der Eurozone laut Sintje Boie, Analystin bei der HSH Nordbank, Anfang 2015 Wirklichkeit werden. Die EZB beabsichtigt, mit Anleiheankäufen und gezielten Langfristtendern (TLTROs) ihre Bilanzsumme um 1 Bill. Euro auf 3 Bill. Euro zu erhöhen. Mit den bisher beschlossenen Ankäufen – Covered Bonds und ABS-Titel – und den Tendern dürfte dies jedoch nicht gelingen. Entsprechend muss die Notenbank auf andere Anlageklassen ausweichen, die für signifikante Käufe breit genug sind. Der Beschluss von Staatsanleihekäufen dürfte die Bund-Renditen 2015 zunächst auf neue Tiefststände treiben und später nur wenig Aufwärtspotenzial zulassen sowie zu einer weiteren Abwertung des Euro führen.