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14.11.2014

An den Kapitalmärkten stehen die Notenbanken weiter im Blickpunkt. Die Hoffnung auf baldige Leitzinserhöhungen in den USA und England wurden trotz guter Konjunkturdaten zuletzt wieder gedämpft. In der Eurozone beschränkt dagegen die erwartete Stagnation das Renditepotenzial der Bundesanleihen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wies die scharfe Kritik der fünf Wirtschaftsweisen am schwarz-roten Rentenpaket und dem Mindestlohn entschieden zurück. (Foto: picture alliance / dpa)

An den Finanzmärkten standen einmal mehr die Spekulationen über den künftigen Kurs der wichtigen Notenbanken im Mittelpunkt. So gehen viele Anleger davon aus, dass sich die Fed und die Bank of England trotz der florierenden Wirtschaft mit der Erhöhung der Leitzinsen etwas mehr Zeit lassen. Entsprechend haben die Renditen der zehnjährigen US-Treasuries in den vergangenen Tagen kaum zugelegt. In Europa geht es bei der Geldpolitik dagegen um weitere expansive Maßnahmen der EZB. Die zehnjährigen Bundesanleihen rentieren deshalb leicht unter dem Niveau der Vorwoche. Anders als bei den US-Treasuries sieht Stefan Gäde, Analyst der HSH Nordbank, für die Staatsanleihen der Eurozone kaum Potenzial für höhere Renditen.

Die konjunkturelle Stimmung in der Eurozone ist nach wie vor angespannt. Dabei gab es bei der Industrieproduktion im September eigentlich erfreuliche Ergebnisse. Als gutes Omen für die Veröffentlichung der BIP-Daten kann das aber nicht gewertet werden. Gäde rechnet für das dritte Quartal in der Eurozone bestenfalls mit einem Plus von 0,2 Prozent und geht davon aus, dass Deutschlands Wert etwas geringer ausfallen wird. Der Ausblick für das vierte Quartal ist sogar noch trüber. Das dürfte sich in der nächsten Woche in den Einkaufsmanagerindizes für die Eurozone, Deutschland und Frankreich widerspiegeln. Das Wachstum in der Eurozone wird im Zeitraum zwischen Oktober und Dezember voraussichtlich ganz zum Stillstand kommen.

Geht man vom Sachverständigenrat aus, der der Bundesregierung sein Jahresgutachten überreichte, sind die Aussichten für eine Beschleunigung der wirtschaftlichen Aktivitäten in der Eurozone und in Deutschland im kommenden Jahr ebenfalls nicht gut: Die Experten rechnen mit geringem Wachstum, in Deutschland nicht zuletzt aufgrund der Einführung des Mindestlohns und der Rente mit 63.

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