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Wochenbarometer
28.11.2014

Die Rentenmärkte erwarten weitere Lockerungsmaßnahmen der Europäischen Zentralbank und schicken die Renditen der zehnjährigen Bundesanleihen in den Keller.

Die Inflation in der Euro-Zone ist im November erneut gesunken und setzt damit die Europäische Zentralbank (EZB) unter Druck. (Foto: picture alliance / Klaus Ohlenschläger)

Die EZB hat in den vergangenen Tagen die Stimmung an den Rentenmärkten angeheizt: Die Anleger spekulierten auf weitere Anleihen-Ankaufprogramme, griffen beherzt zu und drückten die Staatsanleiherenditen auf neue Tiefststände. Auslöser dieser Entwicklung war EZB-Chef Mario Draghi, der im Vorfeld der EZB-Sitzung am 4. Dezember einmal mehr mit deutlichen Worten vorpreschte. Stefan Gäde, Analyst der HSH Nordbank, hält es deshalb für wahrscheinlich, dass die EZB auf ihrer letzten Sitzung des Jahres neue Maßnahmen ankündigen wird. Gädes Meinung nach wird die EZB noch im ersten Quartal 2015 mit dem Ankauf von Staatsanleihen beginnen. Vor diesem Hintergrund sieht Gäde bei den Bund-Renditen kaum nennenswertes Erholungspotenzial.

Ein Silberstreif am europäischen Konjunkturhimmel war die jüngste Veröffentlichung des ifo Geschäftsklimaindex. Er legte nach sechsmaligem Rückgang erstmals wieder zu. Dennoch stottert der Motor der deutschen Wirtschaft. Besonders deutlich wird die Ursache für die momentane Schwäche der hiesigen Wirtschaft bei einem Blick auf die BIP-Komponenten des dritten Quartals: Zwar überzeugten der private Konsum und die Exporte, aber die Unternehmensinvestitionen geben ein trostloses Bild ab. Diesen Eindruck teilt auch die OECD. Sie sieht die Eurozone als Risiko für das Wachstum der Weltwirtschaft an.