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10.10.2014

Die Investoren scheuen nach wie vor das Risiko. Deshalb gaben die Renditen der zehnjährigen deutschen und US-Staatsanleihen erneut nach. Die Krisenherde sorgen für Unruhe an den Märkten und lassen kaum Spielräume für steigende Zinsen.

Deutschlands Bundeskanzlerin Angela Merkel (rechts) und die IWF-Direktorin Christine Lagarde (Mitte) machen die schlechteren Perspektiven für die Wirtschaft Sorgen. (Foto: picture alliance / dpa )

An den Rentenmärkten befinden sich die Investoren weiter im risk on-Modus. Die Renditen der zehnjährigen Staatsanleihen gaben diesseits und jenseits des Atlantiks erneut nach. Besserung ist nicht in Sicht, denn die zunehmenden konjunkturellen Risiken außerhalb der USA und die vielen Krisenherde sorgen für Unruhe an den Kapitalmärkten wie an den zum Teil hohen Kursverlusten an den Aktien- und Rohstoffmärkten abzulesen ist. Vor diesem Hintergrund sieht Stefan Gäde, Analyst der HSH Nordbank, vorerst keinen großen Spielraum für steigende Zinsen.

In Europa nehmen die Sorgen um die deutsche Wirtschaft zu. So sackte die Industrieproduktion im August überraschend ab und auch die Auftragseingänge und die Exporte blieben weit unter den Erwartungen. Angesichts der schwachen konjunkturellen Entwicklung in Frankreich und Italien haben sich damit die Perspektiven für die gesamte Eurozone spürbar verschlechtert. Die Hoffnungen auf eine stärkere Erholung müssen nach Ansicht von Gäde zunächst wohl begraben werden. Das bestätigte auch der Internationale Währungsfonds in seinem gerade veröffentlichten World Economic Outlook. Er senkte seine Prognosen für den Euroraum für 2014 und 2015. Die Spekulationen, dass die Europäische Zentralbank schon bald ein umfassendes Staatsanleihe-Ankaufprogramm starten wird, nehmen deshalb immer mehr zu.