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31.10.2014

Der Optimismus der US-Notenbanker überraschte die Märkte. Gestiegen sind jedoch nur die Renditen der amerikanischen Staatsanleihen. In der Eurozone fehlt die Konjunkturphantasie.

Die Vorsitzende der Fed, Janet Yellen, verkündete den Stopp des milliardenschweren Kaufprogramms für Anleihen. (Foto: picture alliance / dpa)

Die Akteure an den Rentenmärkten blicken momentan mit Spannung auf die Notenbanken. Dabei steht den optimistischen Tönen aus den USA der eher trübe Ausblick auf die konjunkturelle Entwicklung in der Eurozone gegenüber. Entsprechend unterschiedlich sind die Erwartungen der Marktteilnehmer in Hinblick auf die Geldpolitik: Straffung in den USA und weitere Lockerungsmaßnahmen in der Eurozone. In diesem Umfeld stiegen die Renditen der zehnjährigen US-Staatsanleihen zuletzt etwas mehr als in der Eurozone und es spricht nach Ansicht von Stefan Gäde, Analyst der HSH Nordbank, viel dafür, dass sich der Transatlantik-Spread in den nächsten Wochen ausweitet.

Wie erwartet, hat die amerikanische Notenbank in dieser Woche beschlossen, das Anleihe-Ankaufprogramm Ende Oktober einzustellen. Jetzt geht es im nächsten Schritt darum, wann die Leitzinsen zum ersten Mal nach Ausbruch der Finanzkrise wieder angehoben werden. In der Eurozone ist die Erleichterung über den erfreulichen Abschluss des Stresstests schnell verflogen. Die Konjunkturaussichten bleiben trübe. Das untermauerte erneut der ifo Geschäftsklimaindex, der einen überraschend deutlichen Rückgang verzeichnete. Damit erhöht sich der Druck auf die EZB, das bestehende Ankaufprogramm auf Unternehmensanleihen oder gar Staatsanleihen auszuweiten.