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26.09.2014

Geopolitische Risiken drücken auf die Stimmung und die Renditen. Deshalb ist das Potenzial für steigende US-Zinsen begrenzt. Dagegen haben die Bund-Renditen sogar Spielraum nach unten.

Baustelle in Hamburg: Der deutsche ifo-Geschäftsklimaindex sank entgegen der Erwartungen erneut. (Foto: picture alliance / dpa)

Die Stimmung an den Rentenmärkten hat gedreht. In den vergangenen Tagen setze sich angesichts der Verschärfung der Lage im Nahen Osten und der anhaltenden Probleme in der Ukraine das Sicherheitsdenken wieder durch. Infolgedessen fielen die Staatsanleiherenditen auf beiden Seiten des Atlantiks. Jetzt kommen zunehmende Anzeichen für eine Verlangsamung der Konjunktur in der Eurozone hinzu. Dies veranlasst die Marktteilnehmer auf weitere unkonventionelle Maßnahmen der Europäischen Zentralbank (EZB) zu setzen.

Insgesamt geben die neusten vorlaufenden Indikatoren ein trübes Bild ab: Der Gesamtindex der Einkaufsmanager für die Eurozone sank entgegen den Erwartungen nochmals und auch der deutsche ifo-Geschäftsklima-Index fiel zurück. Alles in allem spricht momentan wenig für eine Beschleunigung des schleppenden Wachstums der Eurozone. Deshalb richtet sich der Blick kommende Woche um so mehr in Richtung EZB. Stefan Gäde, Analyst der HSH Nordbank rechnet damit, dass Mario Draghi am kommenden Donnerstag lediglich die Umsetzung der auf der letzten Sitzung angekündigten Programme konkretisiert.

In den USA bleibt die Wirtschaft in Schwung. Dennoch erwartet Gäde, dass angesichts der Militärschläge der USA gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien und der zunehmenden Befürchtungen vor den Folgen der Wirtschaftssanktionen gegen Russland das Potenzial für steigende Renditen der Treasuries vorerst beschränkt ist. Die Bund-Renditen haben dagegen Gädes Meinung nach im aktuellen Umfeld sogar noch Spielraum nach unten.